Er trägt bereits eine Fußfessel

Kinderschänder hat wieder zugeschlagen

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Wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor Gericht: Andreas R.

München - Andreas R. (41) ist der wandelnde Beweis dafür, dass die elektronische Fußfessel kein Verbrechen verhindern kann. Im April machte er sich offensichtlich wieder an ein Mädchen (7) heran.

Er ist der wandelnde Beweis dafür, dass die elektronische Fußfessel kein Verbrechen verhindern kann. Nun hat die Staatsanwaltschaft München I Anklage erhoben wegen schweren sexuellen Missbrauchs gegen den Wiederholungstäter Andreas R. (41). Knapp vier Monate lang war der Kinderschänder nach jahrelanger Haft auf freiem Fuß. Die Fußfessel überwachte jeden seiner Schritte. Im April jedoch machte er sich offensichtlich wieder an ein Mädchen (7) heran.

Die Akte R. begann bereits 1986. Damals war Andreas R. 26 Jahre alt und soll einen Nachbarsbuben missbraucht haben. Sieben Jahre später verging er sich an seiner fünfjährigen Stieftochter – mindestens 23 Mal! Dafür verurteilte ihn das Landgericht München 1999 zu knapp vier Jahren Haft. 2004 kam R. frei, pfiff auf die Auflagen, ließ Therapie-Termine platzen und rief seine Stieftochter wieder an. Die Bewährung wurde widerrufen, als er wochenlang einem Mädchen in Neuperlach nachstellte. Dafür saß er bis Ende 2011 im Knast. Nach der höchstrichterlichen Aufhebung der nachträglichen Sicherungsverwahrung kam R. im Januar 2012 frei. Die Fußfessel überwachte, dass er München nicht verließ. Zudem war es ihm untersagt, Kontakt zu minderjährigen Mädchen aufzunehmen. Ende April weigerte sich R., die Fußfessel aufladen zu lassen. Ein Umstand, den er heute als Missverständnis darstellt. Dafür ging er am 24. April 2012 in U-Haft. Im Mai erstattete der Vater einer Siebenjährigen Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs. Laut Anklage hatte R. in einem Lokal die Mutter des Mädchens kennengelernt. Während die Frau schlief, machte sich R. nebenan an ihre kleine Tochter heran. Die Kleine wurde von der Polizei befragt und erzählte Details, die auffällig früheren Taten R.’s glichen.

Im Falle einer Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs drohen R. bis zu 15 Jahre Haft. Zudem wird das Gericht prüfen, ob nunmehr die Sicherungsverwahrung in Frage kommt. Zu den Vorwürfen schweigt R. Der Prozess beginnt am 9. Januar um 9 Uhr im Strafjustizzentrum in der Nymphenburger Straße 16.

Dorita Plange

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