Kinderskelett an der Algarve: Es ist die kleine Alexandra

Alexandra war an der Algarve in Portugal ­spurlos verschwunden

München/Portugal - Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der Kinderschädel, der an der Algarve gefunden worden war, ist von Alexandra Z.. Deren leiblicher Vater Gunnar D. sitzt seit vergangenem Juli in Stadelheim in Untersuchungshaft.

Der Münchner soll seine heimliche Geliebte und das gemeinsame Kind während eines Urlaubs in Portugal umgebracht haben.

Fischer hatten vorletzte Woche auf einer Klippe nahe des Ortes Sagres einen Kinderschädel mit schwarzen, krausen Haaren sowie einen kleinen Oberschenkelknochen gefunden. Die Haare ließen die Ermittler vor Ort bereits vermuten, dass es sich um die kleine Alexandra handelt. Nun haben Rechtsmediziner anhand eines DNA-Vergleichs dies bestätigt.

Seit Juli galt das Mädchen offiziell als vermisst. Deren Mutter Georgina Z. (30) war mit ihr nach Portugal geflogen, um mit Gunnar D. Urlaub zu machen – und wohl auch, um über die gemeinsame Zukunft zu sprechen. Die Ermittler sehen im Doppelleben von Gunnar D. das Mordmotiv. In München lebte der 43-Jährige mit seiner ahnungslosen Freundin, in Stuttgart hatte er das uneheliche Kind mit Georgina Z.

Am 10. Juli 2010 hatten Badegäste beobachtet, wie Gunnar D. und die Angolanerin im Wasser „tobten“ – es war ein Todeskampf. Der Münchner zog schließlich den leblosen Körper der Frau aus dem Meer. Er tat so, als wolle er sie wiederbeleben. Dann nahm er seine Tochter und verschwand. Stunden später tauchte er wieder in seinem Hotel auf – alleine. Nach seiner Festnahme hatte er behauptet, er habe das Mädchen am Strand Leuten übergeben, die sich um die Einjährige kümmern sollten. Die Ermittler glaubten dies jedoch zu keinem Zeitpunkt.

Zur Todesursache des Kindes konnten die Polizei noch keine Angaben machen. Laut Barbara Stockinger, Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft, „sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen“. Der mutmaßliche Doppelmörder schwieg bislang zu den Vorwürfen. Fest steht: Dem Münchner soll hier der Prozess gemacht werden. Wann, konnte Stockinger noch nicht sagen.

Sven Rieber

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