Grundstück verkauft:

Kino sucht neue Heimat - Monopol muss raus

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Monopol-Betreiber Christian Pfeil hat den Humor noch nicht verloren.

Gerade vor zwei Wochen sind die Monopol-Kinos mit dem Jahresprogrammpreis der Stadt München ausgezeichnet worden, und am 1. Juli wird der Betreiber Christian Pfeil mit dem Schwabinger Kunstpreis geehrt.

Da erscheint es wie ein schlechter Scherz, dass über dem Haus in der Feilitzschstraße das Damoklesschwert, respektive die Abrissbirne schwebt: Der Gebäudekomplex ist verkauft, die Mietverträge laufen zum 31. März nächsten Jahres aus.

Dass es mit dem Metropol auf jeden Fall weitergehen wird, davon ist Pfeil überzeugt. „Ich spreche nicht von Schließung, sondern nur von einem Umzug“, betont er. „Wir haben viele Unterstützer und würden gern in Schwabing bleiben. Jetzt müssen wir halt ein Exil finden, vielleicht auch nur für die Zeit des Umbaus.“ Mit dem neuen Besitzer des „Filetstücks“ ist er in Kontakt. Aber ob der dort wieder ein Kino einrichten will?

Das Metropol ist ein Haus mit langer Tradition. Schon 1910 wurden hier Filme gezeigt – die Lichtburg bot 800 Plätze. Der Neubau 1949 hatte dann bereits die zwei Säle im ersten Stock, die auch heute bespielt werden. Nach einer Reihe sehr unterschiedlicher Betreiber kam dann mit Christian Pfeil ein Mann, der großen Wert auf Filmkunst legt und sein Engagement so weit treibt, dass er stets auf die nervige (aber einträgliche) Werbung auf seinen Leinwänden verzichtet hat. „Kino macht so viel Arbeit und so wenig Gewinn“, sagte er im Gespräch mit der tz, aber nicht im Grimm – „bei allem macht es aber doch sehr viel Spaß.“

Dass ihm der Humor nicht vergeht, stellt Pfeil klar, indem er die Zukunft des Areals beschreibt und eine Vision hat, wie es dort nach einem Neubau aussehen könnte: „Die Geschäftsräume, die dann vermutlich dort entstehen werden, sind für alternative Kunst- und Kulturunternehmer unerschwinglich. Man müsste auf Drogenhandel, Prostitution oder Unternehmensberatung umsteigen … oder gesellschaftskritische Gemälde zeitgenössischer Künstler an Wirtschaftsverbrecher verkaufen. Ungern.“

Das Monopol ist übrigens nicht die einzige Institution, die dort bald Geschichte sein wird: Auf dem verkauften Grundstück (siehe Luftaufnahme) befindet sich auch das von Alt-Schwabingern so beliebte Traditionslokal Schwabinger 7. Und auch Willy’s Playhouse und einige Geschäfte und Buden werden verschwinden.

Rainer-R. Seipel

Quelle: tz

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