Kippt dieser Brief Olympia?

München/Garmisch-Partenkirchen - Scheitert die Münchner Olympiabewerbung Münchens für 2018 am Veto von 59 Bauern und Grundstücksbesitzern? Was drin steht und wie Siegfried Schneider und Horst Seehofer reagieren.

In einem Schreiben (das der tz vorliegt) teilen sie jetzt Staatsminister Siegfried Schneider mit, dass sie eine Nutzung ihrer Grundstücke kategorisch ablehnen. Aber nicht nur das: Sie fordern den Minister auf, die Olympia-Bewerbung bis 22. Dezember zurückzuziehen. Wenn nicht, so lautet ihr „Ultimatum“, werde man das Internationale Olympische Komitee selbst informieren, dass ihre Grundstücke nicht zur Verfügung stehen.

Sowohl Schneider wie auch Ministerpräsident Horst Seehofer spielten am Dirnstag die Bedeutung des Schreibens herunter. Beide versicherten, dass die Bewerbung in jedem Fall abgegeben werde. Notfalls, so hieß es aus der Staatskanzlei, gebe es eine Ersatzlösung.

Die größten Ausrutscher bei Olympia 2010

Dabei sein ist alles - Olympias Exoten

01_waylon
Viel zu oft stehen bei Olympia nur die sportlichen Höchstleistungen im Vordergrund und wird das Motto "Dabei sein ist alles" vergessen. Doch auch die so genannten Exoten, die die Fahne ihres kleinen Landes hochhalten (Bild: Waylon Muller von den Marschallinseln) sind wahre Helden! Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der Olympia-Exoten - die meisten können von Medaillen nicht mal träumen, doch alle verdienen trotzdem höchsten Respekt. © dpa
Kwame Nkrumah-Acheampong ist der "Schnee-Leopard". Er vertritt Ghana bei Olympia 2010 im alpinen Skilauf. “Für mich ist Sport eine ernste Sache“, sagt der 35 Jahre alte Skirennfahrer, der in Vancouver im Anzug mit auffälligem Leoparden-Look als erster ghanaischer Sportler an Winterspielen teilnehmen wird. “Warum sollen wir Afrikaner nicht zeigen, dass wir mehr können als schnell zu laufen oder gut Fußball zu spielen?“ © Getty
Eddie Edwards wurde als "Eddie the Eagle" bekannt. Der Skispringer glänzte nicht durch extra weite, sondern durch extra kurze Sprünge. Er war 1988 chancenlos auf den Olympia-Schanzen in Calgary hinterhergehüpft, dennoch zum Lieblings- Clown von Massen und Medien geworden. © Getty/Allsport UK /Allsport
Prinz Hubertus von Hohenlohe ist der Dauerexot der olympischen Winterspiele. Auch jenseits seines 50. Geburtstags nimmt er noch an Olympia teil. Er startet für Mexiko. © Getty
Über Jamaikas erste Bob-Mannschaft 1988 wurde sogar ein Film gedreht: "Cool Runnings". 1998 ging es bei Dudley Stokes, Winston Watt,Nelson Stokes und Wayne Thomas (Foto) schon deutlich professioneller zu © Getty/Shaun Botterill /Allsport
04_aweisat
Das IOC vergab für viele Länder Wildcards und ermöglichte so, dass auch Athleten aus Palästina bei Olympia dabei sein dürfen. Bei Rad Aweisat aus Palästina schwamm in der Olympia-Vorbereitung die Angst immer mit: "Manchmal, wenn ich zum Training gehe, weiß ich nicht, ob ich zurückkomme", sagte er. © dpa
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Celma da Graça Soares Bonfim aus dem afrikanischen Inselstaat São Tomé und Príncipe hatte sich über die 5000 Meter mehr vorgenommen: Sie wurde im ersten Vorlauf nur 16. von 16. © dpa
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Ricardo Blas Jr (blau) trat für die Pazifikinsel Guam im Judo an und verlor schon in der ersten Runde gegen den rund 75 Kilogramm leichteren Georgier Lasha Gujejiani. Auch in der anschließenden Hoffnungsrunde unterlag er in beiden Kämpfen. © dpa
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Nach zwei Sekunden war das Olympia-Debüt von Guineas Hürdenläuferin Fatmata Fofanah (2.v.l.) beendet: Sie stürzte über die erste Hürde und blieb enttäuscht liegen, bis ihr ein Kampfrichter zurück auf die Beine half. © dpa
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Patricia Sylvester aus Grenada ist ein echtes Multitalent: Sie hält den Landesrekord im Weitsprung, Hochsprung und Dreisprung. Bei Olympia scheiterte sie leider trotzdem in der Qualifikation. © dpa
09_lesotho
Lesotho reiste mit einer höchst ausdauernden Delegation nach Peking: Die vier Athleten aus dem südlichen Afrika sind allesamt Marathonläufer. © dpa
03_tinilau
Okilani Tinilau (2.v.r.) hielt gemeinsam mit zwei Teamkollegen die Fahne der Inselgruppe Tuvalu (nordöstlich von Australien) hoch. Er macht dies nicht nur mit schicker Frisur, sondern auch noch erfolgreich: Mit 11,48 Sekunden stellte er einen neuen 100-Meter-Landesrekord für Tuvalu auf und blieb nur rund zwei Sekunden über dem aktuellen Weltrekord. © dpa
02_fgh
Die Sportbekleidung von Robina Muqimyar (l.) mag ungewöhnlich erscheinen, entspricht aber islamischer Sitte. Sie lief der Konkurrenz zwar weit hinterher. Doch die afghanische 100-Meter-Läuferin ist trotzdem eine große Siegerin: Sie trat auch als eine Art Botschafterin für den Frieden an. © dpa
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Von wegen Exot! Bernard Boukpeti hat für Togo die erste olympische Medaille überhaupt gewonnen. © dpa
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Auch Churandy Martina reiste mit einer Winz-Delegation von den Niederländischen Antillen an. Der Weltklasse-Sprinter wurde im 100-Meter-Lauf Olympia-Vierter und verpasste die Medaille nur knapp. © dpa
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Ein Blick in die Vergangenheit: Eric Moussambani ist so etwas wie eine eine Legende unter den sympathischen Olympia-Exoten. In Sydney im Jahr 2000 brauchte der Schwimmer aus Äquatorial-Guinea, der zuvor noch nie ein Rennen über diese Distanz bestritten hatte, im 100-Meter-Freistil rund eine Minute länger als der Sieger. Und wurde respektvoll gefeiert wie ein Olympiasieger. © dpa

Wie die aussehen könnte, ist allerdings fraglich. Zwar sollen nur wenige der verweigerten Grundstücke für die derzeitige Planung wirklich wichtig sein, doch diese wenigen scheinen unverzichtbar.

Ein Grundstück liegt beispielsweise direkt am Zielhang der Kandahar-Abfahrt. Auf anderen sind Parkplatze für Autos und Busse geplant – und alle Grundstücke liegen immer noch innerhalb der vom IOC vorgeschriebenen – und durch einen Zaun abgetrennten – Olympia-Zone!

Staatsminister Siegfried Schneider soll vor über 50 Zuhörern in Garmisch gegenüber den Grundbesitzern übrigens explizit eingeräumt haben, dass ihre Grundstücke für die Olympischen Spiele unverzichtbar seien – am Dienstag erklärte er dazu genau das Gegenteil. Pikant auch: Bei dem Gespräch am 26. November im Gasthof Zum Lamm in Garmisch-Partenkirchen soll Schneider seine Gesprächspartner auch darauf hingewiesen haben, dass ein Rückzug aus der Bewerbung besonders Ministerpräsident Seehofer treffen würde. Der könne dadurch an bundespolitischem Gewicht einbüßen.

Doch obwohl dieses Argument offensichtlich wenig verfing, will die Staatsregierung in jedem Fall weiter verhandeln. Ein Sprecher der Staatskanzlei sagte: „Wir werden weiter nach Lösungen suchen und wir bleiben zuversichtlich, dass uns dies gelingt.“

Ob es dabei um mehr Geld oder Zugeständnisse in anderer Form (wie z.B. Baurecht) an die 59 Grundstückseigentümer gehen könnte, dazu wollte sich am Dienstag weder die eine noch die andere Seite äußern. Von Seiten der Staatskanzlei verlautete, dass das Ausbreiten von Details in der Öffentlichkeit nicht sonderlich hilfreich wäre. Doch ob die Geheimdiplomatie weiterhilft?

Es scheint, als ob das Feilschen um die Olympiagrundstücke sich zu einem Pokerspiel entwickelt. Mit ihrem Ultimatum haben die Grundstücks-Verweigerer ihren ersten Trumpf auf den Tisch gelegt. Nach tz-Informationen könnte es sein, dass dies nur Taktik war, um einer Finte der anderen Seite zuvorzukommen. Denn in der nächsten (nicht öffentlichen) Finanzausschusssitzung in Garmisch-Partenkirchen soll es auch um das Thema (zeitweilige) Enteignung gehen. Weil das Kandahar-Zielhang-Grundstück auch für die am 7. Februar beginnende Ski-WM nicht zur Verfügung steht.

Eine Enteignung lehnt Minister Schneider für Olympia zwar bisher kategorisch ab. Aber den Versprechen von Politikern glauben nicht mehr viele in Garmisch-Partenkirchen …

Der neue Skilehrerinnen-Kalender 2011

Der neue Skilehrerinnen-Kalender 2011 - fotografiert von Hubertus von Hohenlohe

Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at
Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn - das wusste schon Wolfgang Ambros mit seinem Hit "Skifoan". Und das wissen wir spätestens seit diesem Kalender! Skifahrer Hubertus von Hohenlohe höchstpersönlich hat echte Skilehrerinnen aus zehn Nationen fotografiert. Das Cover ziert Sabrina (28) aus Bayern, aber auch ihre Kolleginnen sind nicht ohne. © Hubertus von Hohenlohe / robapress - Bestellmöglichkeit: skilehrerinnen.at

Das sagen die Garmischer

Alexandra Roos-Teitscheid versteht die Welt nicht mehr. Für die CSB-Gemeinderätin ist es unbegreiflich, dass die Grundstückseigentümer, die ihre Flächen nicht für Olympische Spiele 2018 zur Verfügung stellen wollen, jetzt ein Ultimatum stellen! „Man muss doch abwägen zwischen dem Wohl von 60 Leuten und dem Wohl des ganzen Ortes.“ Ähnlich beurteilen die Vertreter des Vereins Garmisch-Partenkirchen von OlympiJa 2018 das Vorgehen: „Den Eigentümern wurde bereits zugesichert, dass alle Grundstücke nach der temporären Nutzung wieder in den Ursprungszustand gebracht werden“, weiß 2. Vorsitzender Karl Reindl. „Ein spezielles Olympia-Gesetz bürgt sogar dafür, dass alle Flächen wieder so hergestellt werden, wie sie vorher waren.“

Korbinian Freier, Sprecher der Landkreis-Grünen und Vertreter von NOlympia, sieht in dem Ultimatum der Grundstücksbesitzer hingegen „ein klares Signal“. Damit würden Aussagen des Freistaats ad absurdum geführt, dass angeblich alle strittigen Fragen längst geklärt seien.

Vielmehr seien die Betroffenen während der Verhandlungen stets mangelhaft informiert, schlecht behandelt und hinters Licht geführt worden, bestätigt Axel Doering, Kreisvorsitzender vom Bund Naturschutz. Für ihn ist die Reaktion der Eigentümer „eine Reaktion auf die Drohung im Rahmen der Ski-WM 2011, einen widerspenstigen Grundstücksbesitzer zu enteignen“. Zu derartigen Spekulationen lässt sich Elisabeth Koch, Fraktiobnsvorsitzende der CSU im Gemeinderat nicht hinreißen, für sie steht aber fest: „Das ist offensichtlich das Resultat von gravierenden Verhaltens- und Verhandlungsfehlern unserer Rathausspitze!“

T. Brinkmann

Alpenverein befragte Mitglieder

Bisher wurde immer darüber spekuliert, ob trotz der Olympia-Entscheidung des Marktgemeinderates von Garmisch-Partenkirchen auch tatsächlich die Mehrheit der Bevölkerung hinter der Olympia-Bewerbung für das Jahr 2018 steht. Jetzt gibt es dazu erstmals Zahlen. Die Sektion Garmisch-Partenkirchen des Alpenvereins befragte ihre über 5000 Mitglieder – und rund zehn Prozent (513) antworteten. Das Ergebnis: 47,6 Prozent lehnen die Olympischen Spiele ab, 45,4 Prozent würden sich über das Großereignis in der Marktgemeinde freuen (sieben Prozent Enthaltungen). Sektionschef Markus Dorfleitner sieht sich angesichts des Ergebnisses in seiner Vorgehensweise bestätigt. „Es ist gut, dass wir in der Sektion keine feste Stellung beziehen und damit Stimmung in die eine oder andere Richtung machen.“ Man wolle sich aber weiterhin inhaltlich an der Diskussion beteiligen. Der Alpenverein ist an den Bewerbungsvorbereitungen unter anderem mit dem Umweltkonzept „Bergtour 2018“ beteiligt.

Stuttgart 21, so Dorfleitner habe gezeigt, dass es wichtig sei, immer im Dialog zu bleiben. „Es ist nie alles getan, man kann immer noch mehr und besser informieren.“ Er appellierte daran, nicht nur von Problemen zu sprechen. „Dass hier diskutiert wird, ist doch ein ganz normaler Vorgang.“ Dorfleiter persönlich ist übrigens für eine Olympiabewerbung. Er glaube zwar nicht, das die Region vom Ereignis direkt sonderlich profitieren werde. „Langfristig werden sich die Olympischen Spiele aber auszahlen.“

Olympias Exoten: Dabei sein ist alles

Dabei sein ist alles - Olympias Exoten

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Viel zu oft stehen bei Olympia nur die sportlichen Höchstleistungen im Vordergrund und wird das Motto "Dabei sein ist alles" vergessen. Doch auch die so genannten Exoten, die die Fahne ihres kleinen Landes hochhalten (Bild: Waylon Muller von den Marschallinseln) sind wahre Helden! Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der Olympia-Exoten - die meisten können von Medaillen nicht mal träumen, doch alle verdienen trotzdem höchsten Respekt. © dpa
Kwame Nkrumah-Acheampong ist der "Schnee-Leopard". Er vertritt Ghana bei Olympia 2010 im alpinen Skilauf. “Für mich ist Sport eine ernste Sache“, sagt der 35 Jahre alte Skirennfahrer, der in Vancouver im Anzug mit auffälligem Leoparden-Look als erster ghanaischer Sportler an Winterspielen teilnehmen wird. “Warum sollen wir Afrikaner nicht zeigen, dass wir mehr können als schnell zu laufen oder gut Fußball zu spielen?“ © Getty
Eddie Edwards wurde als "Eddie the Eagle" bekannt. Der Skispringer glänzte nicht durch extra weite, sondern durch extra kurze Sprünge. Er war 1988 chancenlos auf den Olympia-Schanzen in Calgary hinterhergehüpft, dennoch zum Lieblings- Clown von Massen und Medien geworden. © Getty/Allsport UK /Allsport
Prinz Hubertus von Hohenlohe ist der Dauerexot der olympischen Winterspiele. Auch jenseits seines 50. Geburtstags nimmt er noch an Olympia teil. Er startet für Mexiko. © Getty
Über Jamaikas erste Bob-Mannschaft 1988 wurde sogar ein Film gedreht: "Cool Runnings". 1998 ging es bei Dudley Stokes, Winston Watt,Nelson Stokes und Wayne Thomas (Foto) schon deutlich professioneller zu © Getty/Shaun Botterill /Allsport
04_aweisat
Das IOC vergab für viele Länder Wildcards und ermöglichte so, dass auch Athleten aus Palästina bei Olympia dabei sein dürfen. Bei Rad Aweisat aus Palästina schwamm in der Olympia-Vorbereitung die Angst immer mit: "Manchmal, wenn ich zum Training gehe, weiß ich nicht, ob ich zurückkomme", sagte er. © dpa
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Celma da Graça Soares Bonfim aus dem afrikanischen Inselstaat São Tomé und Príncipe hatte sich über die 5000 Meter mehr vorgenommen: Sie wurde im ersten Vorlauf nur 16. von 16. © dpa
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Ricardo Blas Jr (blau) trat für die Pazifikinsel Guam im Judo an und verlor schon in der ersten Runde gegen den rund 75 Kilogramm leichteren Georgier Lasha Gujejiani. Auch in der anschließenden Hoffnungsrunde unterlag er in beiden Kämpfen. © dpa
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Nach zwei Sekunden war das Olympia-Debüt von Guineas Hürdenläuferin Fatmata Fofanah (2.v.l.) beendet: Sie stürzte über die erste Hürde und blieb enttäuscht liegen, bis ihr ein Kampfrichter zurück auf die Beine half. © dpa
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Patricia Sylvester aus Grenada ist ein echtes Multitalent: Sie hält den Landesrekord im Weitsprung, Hochsprung und Dreisprung. Bei Olympia scheiterte sie leider trotzdem in der Qualifikation. © dpa
09_lesotho
Lesotho reiste mit einer höchst ausdauernden Delegation nach Peking: Die vier Athleten aus dem südlichen Afrika sind allesamt Marathonläufer. © dpa
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Okilani Tinilau (2.v.r.) hielt gemeinsam mit zwei Teamkollegen die Fahne der Inselgruppe Tuvalu (nordöstlich von Australien) hoch. Er macht dies nicht nur mit schicker Frisur, sondern auch noch erfolgreich: Mit 11,48 Sekunden stellte er einen neuen 100-Meter-Landesrekord für Tuvalu auf und blieb nur rund zwei Sekunden über dem aktuellen Weltrekord. © dpa
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Die Sportbekleidung von Robina Muqimyar (l.) mag ungewöhnlich erscheinen, entspricht aber islamischer Sitte. Sie lief der Konkurrenz zwar weit hinterher. Doch die afghanische 100-Meter-Läuferin ist trotzdem eine große Siegerin: Sie trat auch als eine Art Botschafterin für den Frieden an. © dpa
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Von wegen Exot! Bernard Boukpeti hat für Togo die erste olympische Medaille überhaupt gewonnen. © dpa
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Auch Churandy Martina reiste mit einer Winz-Delegation von den Niederländischen Antillen an. Der Weltklasse-Sprinter wurde im 100-Meter-Lauf Olympia-Vierter und verpasste die Medaille nur knapp. © dpa
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Ein Blick in die Vergangenheit: Eric Moussambani ist so etwas wie eine eine Legende unter den sympathischen Olympia-Exoten. In Sydney im Jahr 2000 brauchte der Schwimmer aus Äquatorial-Guinea, der zuvor noch nie ein Rennen über diese Distanz bestritten hatte, im 100-Meter-Freistil rund eine Minute länger als der Sieger. Und wurde respektvoll gefeiert wie ein Olympiasieger. © dpa

Die Arenen Kandahar, Hausberg und Gudiberg

Im Schneepark Garmisch-Partenkirchen, für den die Olympia-Bewerber für die Winterspiele 2018 Grundstücke von Bauern benötigen, sind mehrere Wettkampfstätten vorgesehen: - Alpinarena Kandahar (rechts) für Riesenslalom, ­Abfahrt, Super-Kombination und Super-G

- Olympia-Skistadion mit Slalom und Buckelpiste am Gudiberg (l.) sowie mit Skispringen und Nordischer Kombination

- Hausberg (r.) mit Snowboard Cross, Parallel-Riesenslalom und Ski Cross auf der Hornabfahrt

- Nordisches Skizentrum Schwaiganger mit Biathlon, Langlauf und Nordischer Kombination

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