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So macht Glaube wieder Spaß

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München - 300 000 Menschen haben bislang am Ökumenischen Kirchentag teilgenommen, darunter Ex-EKD-Chefin Margot Käßmann. Wie sie empfangen wurde – und was Christina Stürmer sagt:

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„So, wie ihr von Menschen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch. Das ist – kurz zusammengefasst – der Inhalt der ganzen Heiligen Schrift.“

Matthäus 7,12

Christina Stürmer im Interview

Käßmann: Gefeiert wie ein Popstar

Das Zitat aus der Bergpredigt, nachzulesen im Neuen Testament im Matthäusevangelium, ist als Goldene Regel in die Geschichte eingegangen. Dieses Sätzlein bündelt alle Vorstellungen von Moral und Menschlichkeit, von Werten, die uns vereinen.

Bilder: Der Kirchentag in München

80 000 Menschen haben am Mittwoch an den Gottesdiensten zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München teilgenommen. Danach, zum Abend der Begegnung, kamen 300 000 in die Innenstadt.

München atmet auf: Der Kirchentag setzt ein positives, hoffnungsvolles Zeichen pro Kirche. Endlich einmal keine Schreckensnachrichten. Endlich dürfen sich die Menschen auf das konzentrieren, was sie hergeführt hat: Den Glauben. So macht er wieder Spaß! Die tz hat Münchner gefragt, warum ihnen der Glaube wichtig ist:

Günter Steinberg, Wiesn-Wirt vom Hofbräuzelt: „Für meine Frau Margot und mich ist die Bibel ein wichtiger Begleiter. Wir lesen jeden Tag darin und finden in ihr quasi die Gebrauchsanweisung für unser Leben. Der Glaube hilft uns, private und berufliche Hürden zu nehmen. Ich bedauere sehr, dass immer weniger Menschen glauben. Dadurch gehen wichtige Werte verloren: Ehrlichkeit, Moral, Nächstenliebe. Für mich ist der Spruch aus dem Mattäusevangelium (siehe oben) wirklich die Essenz der Bibel. Danach versuche ich zu leben.“

Siegfried Winkler, Pastor der Evangelischen Gemeinschaft München-Bogenhausen: „Unsere Gesellschaft ist zutiefst geprägt von christlichen Werten. Ein Leben in Freiheit hat wesentlich mit Glaube zu tun. Zum Beispiel das Grundgesetz: Nach dem Krieg haben es Menschen aus tiefer christlicher Überzeugung formuliert. Ohne Glaube wäre Demokratie nur schwer vorstellbar. Das Christentum sagt, dass jeder Einzelne wichtig ist. Es sagt aber auch, dass der Mensch nicht die letzte Autorität sein darf. Kein politisches Regime, keine Diktatur, darf sich über diese moralischen Werte stellen.“

Margit Kröske, Hausfrau: „Ich glaube, dass Gott uns Menschen die Kraft gibt, das Leben zu meistern. Gott begleitet mich mein Leben lang. Das heißt nicht, dass es mir immer gut geht. Jeder Mensch muss in seinem Leben durch Täler gehen. Aber mit dem Vertrauen auf Gott glaube ich daran, dass ich auch schwere Zeiten schaffe. Dass ich ein Mensch bleibe und nicht verzweifle.“

Monika Gruber, Kabarettistin: „Als bayerisches Mädel habe ich den Glauben quasi mit der Muttermilch aufgesaugt. Er gibt mir emotionalen Halt, er ist in mir drin. Aber mein Glaube ist losgelöst von der Institution Kirche. Er ist Teil meines Lebens, Denkens und Fühlens.“

Simone Herzner

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