Stadt versucht, mehr Erzieher zu gewinnen

Kita-Alarm in München! 600 Erzieher fehlen

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Der ständige Personalmangel in den Kitas in München wird von den Betroffenen nach Kräften ausgeglichen.

In Münchens Kitas fehlt es massiv an Personal: Geschätzt 600 Erzieher könnten sofort eingestellt werden! Allein in den rund 400 städtischen Kitas sind aktuell 243 Erzieher-Stellen unbesetzt.

In den 850 Kitas freier Träger dürften weitere 300 bis 400 Fachleute fehlen, wie das Bildungsreferat schätzt. Darunter leiden die Kinder, die Eltern und die Erzieher, die den Personalmangel permanent ausgleichen müssen.

Die SPD-Fraktion im Rathaus will das nicht hinnehmen. Zwar versucht die Stadt seit Jahren mit diversen Maßnahmen, mehr Erzieher zu gewinnen. So bekommen diese etwa eine Arbeitsmarkt­zulage von 200 Euro monatlich. Doch es reicht nicht.

Zudem hat die jüngste Elternbefragung, das Kita-Barometer (tz berichtete), ergeben: Eltern wünschen sich nicht nur niedrigere Gebühren, sondern auch höhere Qualität! Das heißt: Sie möchten, dass sich eine Fachkraft nicht um zu viele Kinder kümmern muss, damit genug Zeit für gute Pädagogik bleibt. Und dass nicht gar Betreuungszeiten ausfallen.

Rathaus-SPD hat Maßnahmen-Päckchen geschnürt

Nun hat die Rathaus-SPD ein Maßnahmen-Päckchen geschnürt. Erstens sollen junge Leute, die die Anmeldefrist für die Erzieher-Ausbildung überschritten haben, auch im Herbst noch an den Fachakademien einsteigen können. Zweitens soll eine zentrale Servicestelle eingerichtet werden, die Praktika in Erzieherberufen vermittelt. Drittens soll das OptiPrax-Modell ausgeweitet werden: Derzeit können Abiturienten eine auf drei Jahre verkürzte Erzieher-Ausbildung machen. Künftig soll dies auch mit Mittlerer Reife möglich sein. Viertens sollen mehr ehemalige Erzieher und Lehrer für die Kita-Arbeit, etwa im Büro, gewonnen werden. Fünftens soll das Personal der Mittagsbetreuungen an Schulen weiter qualifiziert werden.

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Diese Anträge gehen nun ihren Weg durch Verwaltung und Stadtrat. Wie viele Fachkräfte die SPD damit zu gewinnen hofft? „Und wenn es nur eine Handvoll ist: Jede Erzieherin zählt“, sagte die bildungspolitische Sprecherin Julia Schönfeld-Knor. Der Druck auf gute Kita-Gestaltung wächst – auch, weil die Gebührenreform vor der Tür steht (wir berichteten): Ab 2019/20 müssen Familien bis 50 000 Euro Jahresbrutto gar keine Kitagebühren mehr zahlen. Wer mehr verdient, wird ebenfalls entlastet.

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