Plätze nach wie vor umkämpft

Eltern beklagen Ungerechtigkeit: Tipps für die Kita-Anmeldung

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Die Hacken laufen sich viele Eltern ab, um einen Kita-Platz zu bekommen. Persönliche Besuche in städtischen Einrichtungen dürfen aber laut Satzung keine Auswirkung auf die Vergabe der Plätze haben.

Viele Eltern glauben, dass es bei der Vergabe von Kita-Plätzen unlauter zugeht, die Regeln sind aber eigentlich eindeutig. Was Sie beachten müssen.

München - Bis Januar 2017 gab es ein Schlupfloch, das viele Eltern auf der Suche nach einem Kita-Platz zu unlauteren Methoden greifen ließ. Denn: Wer falsche Angaben zur Arbeitszeit der Eltern machte – und seine Chancen auf einen Platz so steigerte musste nur im Ausnahmefall damit rechnen, aufzufliegen. Inzwischen verlangt die Stadt zum Zeitpunkt der Aufnahme eines Kindes in Krippe, Kindergarten oder Hort flächendeckend Arbeitszeitnachweise und überprüft diese auch. Dennoch bezweifeln noch immer einige Eltern, dass bei der Vergabe der Plätze alles mit richtigen Dingen zugeht.

Zum Beispiel Besa Zaskoku und Yvonne Siegl. Beide Münchnerinnen wohnen in der Au und sind derzeit auf der Suche nach einem Krippenplatz für ihre Jüngsten. Zusammen haben sie einen Brief an OB Dieter Reiter geschrieben, in dem sie erklären, dass „die Vergabe der Plätze oft nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat“.

Im Dickicht des Anmeldeverfahrens gibt es noch immer einige Dinge, die Eltern wissen müssen, um ihre Chancen auf einen Betreuungsplatz zu nutzen. 

Das müssen Sie für eine Kita-Anmeldung in München wissen

  • Auch wenn die Anmeldung für zwei Drittel aller Plätze in Kitas und Horten inzwischen über den Kita-Finder läuft: Die Stadt empfiehlt ausdrücklich, vor der Online-Anmeldung persönlichen Kontakt zu den Einrichtungen, die infrage kommen, aufzunehmen – „um sich einen Eindruck von den Räumlichkeiten, vom Hauskonzept und vom Träger zu verschaffen“, wie es aus dem Bildungsreferat heißt. Bei allen Kitas, die ihre Plätze nach städtischer Satzung belegen, hat ein persönlicher Besuch aber keinerlei Auswirkungen auf die Belegung der Plätze. Diese werden ausschließlich nach der Dringlichkeit vergeben.
  • Auch ständige Anrufe und Nachfragen in Einrichtungen, die nach der städtischen Satzung belegen, dürfen – entgegen der Annahme vieler – keine Auswirkungen auf die Vergabe eines Platzes haben.
  • Freie Träger und hier insbesondere Eltern-Kind-Initiativen (Eki) können aber die Teilnahme an einem „Tag der offenen Tür“ zur Pflicht für Eltern machen, die einen Platz wollen. Allerdings muss das laut Bildungsreferat auch im Elternportal des Kita-Finders angegeben werden. Da in Ekis die Trägeraufgaben überwiegend von Eltern in ehrenamtlicher Arbeit übernommen werden, entscheiden sie auch über die Vergabe der Plätze.

Lesen Sie auch: Eine Mutter berichtet über das Kita-Chaos und ihre Suche nach einem Platz.

  • Einrichtungen und Träger, die nicht an die städtischen Satzungen gebunden sind, vergeben die Plätze in ihren Einrichtungen eigenverantwortlich. Welche Kriterien für die Vergabe hier gelten, sollte man sich unbedingt erklären lassen. Besa Zaskoku und Yvonne Siegl hat man in verschiedenen solcher Einrichtungen gesagt, dass eine Anmeldung nur für acht bis neun Stunden an fünf Tagen in der Woche Sinn mache, also 40 bis 45 Wochenstunden, für ein Krippenkind wohlgemerkt. Zaskoku, die selbst Vollzeit arbeitet, sich die Zeit aber einteilen kann, kritisiert, dass man so „be-straft wird, wenn man Zeit mit seinen Kindern verbringen will“.
  • Der Nachweis über die Arbeitszeit der Eltern muss erst dann erbracht werden, wenn das Kind in eine Krippe, einen Kindergarten oder Hort aufgenommen wird. Dass schon bei der Anmeldung Angaben zur Berufstätigkeit überprüft werden, macht laut Ulrich Lobinger, Sprecher des Bildungsreferats, keinen Sinn, weil „die Dringlichkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben sein muss“ . Viele Mütter fangen ja erst wieder zu arbeiten an, wenn das Kind in die Krippe kommt.

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