Alles neu bei Online-Anmeldung

Kita-Finder wird verbessert: Das ändert sich für Eltern

+
Wer einen Kita-Platz braucht, kann sich direkt vor Ort oder über die Internetplattform „Kita-Finder“ anmelden. Eltern übten bislang häufig Kritik an der Anwendung.

Der Kita-Finder, die 2015 eingeführte Anmeldeplattform für Münchner Kindertagesstätten im Internet, soll besser werden. Unter anderem sollen Eltern zwischendurch über den Stand der Platzvergabe für ihr Kind informiert werden. Die Stadt reagiert damit auf anhaltende Kritik an der Anwendung.

München - Diese monatelange Unsicherheit! Eltern, die für ihr Kind einen Betreuungsplatz in Krippe, Kindergarten oder Hort suchen, kennen sie. Wer Sohn oder Tochter bis April für das im September startende Kita- oder Schuljahr anmeldete, hatte oft erst Ende Juli oder Anfang August Gewissheit, ob das Kind einen Platz bekommen hat – oder nicht.

Die Verunsicherung und Angst der Eltern zeigte sich zuletzt bei einer städtischen Diskussionsveranstaltung mit Eltern im April. Väter und Mütter wünschten sich damals vom Kita-Finder vor allem eines: mehr Transparenz zum Stand der Platzvergabe. Nur 60 Prozent der Eltern, das ergab eine Umfrage im September 2016, sind mit dem Kita-Finder zufrieden.

Das soll sich nun ändern. Kommenden Dienstag soll der Stadtrat den von Bildungsreferentin Beatrix Zurek (SPD) geplanten Ausbau des Kita-Finders absegnen. In den kommenden fünf Jahren fallen dafür rund drei Millionen Euro Kosten nur für Personal an. Dafür gibt es nicht nur für Eltern, sondern auch für die Verwaltung deutliche Verbesserungen. So sollen die Daten unter anderem auch Kita-Leitungen, die Elternberatungsstelle der Stadt und die Aufsichtsbehörde des Freistaats nutzen können.

Die wichtigsten Neuerungen für Eltern auf einen Blick:

  • Bisher bekommen Eltern im Kita-Finder eine Übersicht über 1402 Kindertageseinrichtungen – und können sich bei rund 80 Prozent aller Münchner Betreuungseinrichtungen online anmelden. Künftig sollen auch Tagesmütter dort registriert sein. So sollen Eltern sich auf einen Blick alle Betreuungsformen in ihrer Umgebung ansehen können. Ob ein Kind online bei einer Tagesmutter angemeldet werden kann und ob Name und Adresse der Person auftauchen, sollen die Betreuerinnen selbst entscheiden können.
  • Nach Vollendung eines Anmeldevorgangs sollen Eltern eine Bestätigungsmail erhalten. Bisher können sie nicht sicher sein, ob ihre Daten auch wirklich an die ausgewählten Einrichtungen weitergeleitet wurden.
  • Eltern sollen zwischendurch über den Stand der Platzvergabe informiert werden. Geplant ist eine „Wasserstandsanzeige“, wie es in der Vorlage heißt, und die Information darüber, in welchen Einrichtungen die Platzvergabe bereits abgeschlossen ist. So können Eltern frühzeitig Kontakt zur Elternberatungsstelle aufnehmen, wenn sie leer ausgegangen sind.
  • Die Anmeldung soll leichter werden, indem die Anleitung zur Benutzung des Kita-Finders mit einem Video oder einer geführten ersten Anmeldung deutlicher wird.
  • Damit ein Kind sowohl bei der Platzvergabe für das folgende Kita-Jahr als auch bei einem frei werdenden Platz im bereits laufenden Jahr berücksichtigt wurde, waren bislang zwei parallele Anmeldungen nötig. Künftig genügt eine Anmeldung.
  • Anmeldungen können bereits12 Monate vor dem gewünschten Betreuungsbeginn erfolgen. Der Stichtag im April (Tag der Schuleinschreibung) gilt jedoch weiter. Wer sich bis dahin nicht für September angemeldet hat, hat erst im Nachrückverfahren eine Chance.
  • Anmeldungen verfallen nicht mehr automatisch zum Ende eines Kita- bzw. Schuljahres, sondern sind noch fünf Monatenach dem gewünschten Eintrittsdatum des Kindes gültig. Am Ende dieser fünf Monate wird dann überprüft, ob das Kind inzwischen eine Zusage hat. Wenn nicht, können die Eltern den gewünschten Betreuungsbeginn aktualisieren.

Es sei „möglich und wichtig“, die Zufriedenheit mit dem Kita-Finder weiter zu steigern, heißt es in der Vorlage für den Stadtrat. Inwieweit das erreicht werden kann, müssen die kommenden Jahre zeigen. Denn: Trotz stetigen Ausbaus sind Kita-Plätze noch immer Mangelware in München – auch, weil aktuell rund 500 Erzieherinnen fehlen.

Lesen Sie aus unserem Archiv den Gastbeitrag einer Münchner Mutter: „Die Kita-Suche macht mich fertig“. 

Caroline Wörmann

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: 26 Flüchtlinge springen bei Laim vom Zug - Stundenlang Chaos
S-Bahn: 26 Flüchtlinge springen bei Laim vom Zug - Stundenlang Chaos
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
Sechs Orte in München, an denen wir uns aufwärmen
1200 Mitarbeiter zurück im runderneuerten BayWa-Hochhaus
1200 Mitarbeiter zurück im runderneuerten BayWa-Hochhaus

Kommentare