Bauschutt und kaputter Zaun

Diese Münchner Kita ist zu gefährlich für Kinder

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Flatterband ums Chaos: Der Pfarrhof in Laim.

München - Eine katholische Kita in Laim ist aufgrund von Bauschutt, einem kaputten Zaun, Nägeln und Pflastersteinen ein denkbar unsicherer Platz für Kinder. Der Spielplatz wurde deshalb bereits gesperrt. Nun laufen die Eltern Sturm.

Gott liebt alle seine Schäflein – die Kirche vergisst schon mal ein paar. Die 75 Kinder in der Laimer Kita Name Jesu spielen seit Jahren im Dreck, einige sollen dabei krank geworden sein. Im Garten türmt sich der Bauschutt – die katholische Gemeinde lässt alles geschehen. Jetzt laufen die Eltern Sturm. Scheinbar mit Erfolg.

Kaputte Zäune, kein Platz zum Spielen: Eltern und Kinder fühlen sich nicht mehr wohl in der Kita Namen Jesu. Das Ordinariat räumt jetzt „desolate Zustände“ ein.

Wüste Gobi statt Gelobtes Land: Die Kita gibt ein trauriges Bild ab. Schrauben und Nägel ragen aus dem kaputten Zaun, in einer Nische stapeln sich die Pflastersteine, der Spielplatz ist mit Flatterband abgesperrt. „Der Sandkasten ist voller Bauschutt – 15 Kinder bekamen Ekzeme im Gesicht und an den Händen“, sagt die aufgebrachte Mutter Christina Nguyen-Khac. „Wir werden immer wieder vertröstet – passiert ist bis heute nichts!“

Vor etwa drei Jahren ließ die Kirche den Pfarrhof sanieren. Der Hof wurde entgrünt, der Boden aufgerissen, Bauschutt und Baumaterial einfach liegen gelassen. „Nichts davon setzten sie wieder instand. Nichts davon wurde repariert, entfernt oder wiederaufgebaut“, sagt Nguyen-Khac. Bei schlechtem Wetter können die Kinder zum Spielen nicht raus: zu viel Matsch. Und bei schönem Wetter heißt es nun: Spielen verboten – zu gefährlich!

Flatterband ums Chaos: Der Pfarrhof in Laim.

Sie hat alles versucht: Telefonate, Briefe, Elternabende. Weil die Gemeinde nichts tut, lebt die Kita jetzt von ihren engagierten Eltern. Nguyen-Khac: „45.000 Euro haben wir in den letzten sieben Jahren zusammengekratzt und in die Kita gesteckt! Kitaleitung und Elternbeirat sind auf unserer Seite. Nur: Im zuständigen Ordinariat schläft jemand – jede Initiative bleibt dort hängen!“

Dieser jemand scheint nun endlich aufgewacht. Das Erzbischöfliche Ordinariat ging gestern zur Beichte über: die Zustände seien „desolat“, man bedaure die verzögerte Neugestaltung des Außenbereichs. 320.000 Euro sollen für die Sanierung der gesamten Außenfläche fließen.

Tobias Scharnagl

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