Der Kita-Streik geht weiter

Viele Eltern genervt: Einigt euch endlich!

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Die Kinder müssen’s ausbaden, das zeigen die Zwergerl in Mainz.

München - Der Kita-Streik geht in die dritte Woche, 22 000 Kinder müssen wieder zu Hause bleiben, statt in den städtischen Krippen, Kindergärten und Horten zu spielen.

Die Mamas und Papas müssen wieder freinehmen und können nicht mehr! „Die einzigen, die diesen Streik bitter zu spüren bekommen, sind wir Eltern und vor allem unsere Kinder“, heißt es in einem Demo-Aufruf für morgen um 16.30 Uhr am Marienplatz. „Die Größten sollten ihre Kämpfe nicht auf den Rücken der Kleinsten austragen.“ Nach dem Elternprotest im Rathaus, gehen die Familien auf die Straße! Rund 250 Mamas und Papas haben bislang zugesagt. Motto: „Eltern, wehrt euch!“

Erzieherinnen-Demo in München.

Auffällig ist, dass die Eltern immer mehr vermeiden, sich auf eine Seite zu schlagen: Während sie den Arbeitgebern in Städten und Gemeinden schon immer misstrauten, gehen sie zunehmend auf Distanz zur Gewerkschaft Verdi und den Erzieherinnen. Verdi plant ebenfalls für Mittwoch einen „Gemeinsamen Appell“ um zwölf Uhr am Rathaus, in dem mit Thomas Böhle der Präsident der kommunalen Arbeitgeber sitzt, weil er auch Personalreferent der Stadt ist. Diesen Gewerkschaftstermin unterstützt die wachsende Elterngruppe zugunsten der eigenen Aktion am Nachmittag bewusst nicht.

Flankiert wird die Eltern-Demo zudem von einer Petition, die Initiatorin Patricia Pyrka (38) ausdrücklich an Verdi richtet, nachdem die Gewerkschaft die Eltern aufgerufen hatte, den Arbeitgebern zu schreiben. Die Mutter eines achtjährigen Sohnes, der heute im Tagesheim in die Ferienbetreuung gehen sollte, will sich nicht einspannen lassen – auch wenn sie die Erzieher versteht. Allerdings fürchtet sie, dass die Beziehung zwischen Erziehern und Kindern Schaden nimmt: „Die Erzieher erwarten, dass sich die Kinder an Regeln halten. Aber die Kinder erwarten auch, dass sich die Erzieher an Abmachungen halten.“ Sie fordert unter anderem eine Schlichtung! Die Erzieherinnen kämpfen für eine Höherstufung in den Tarifen, die laut Arbeitgebern auf zehn bis 20 Prozent mehr Gehalt hinauslaufen.

Der Münchner Verdi-Chef Heinrich Birner sagt, die Arbeitgeber hätten seit Wochen keinen Kontakt gesucht und versuchten, den Streik auszuhungern, bis die Eltern über die Erzieher herfallen. Streikende Erzieherinnen würden nicht zur Betreuung der Kinder abgezogen.

dac

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