Jetzt kommt die Schlichtung

Streik-Pause: Das müssen Eltern zum Kita-Kompromiss wissen

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Erst am Mittwoch demonstrierten Demonstranten wieder am Sendlinger Tor.

München - Im Kita-Streit haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf eine Schlichtung geeinigt. Was das für Eltern und Erzieher bedeutet? Die tz hat nachgefragt.

Durchatmen, Münchner Mamas und Papas! Im Kita-Streit gibt’s nach vier Wochen Streik und vielen Demos wie zuletzt am Mittwoch am Sendlinger Tor eine Verschnaufpause. Und das, obwohl die Tarifverhandlungen für kommunale Erzieher und Sozialarbeiter am frühen Donnerstagmorgen gescheitert sind.

Doch: Die Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich auf eine Schlichtung geeinigt. Währenddessen herrscht eine „Friedenspflicht“. Was heißt das für die Erzieher und Eltern? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Friedenspflicht - was ist das eigentlich?

„Das bedeutet, dass der Arbeitskampf während der Schlichtung unterbrochen werden muss“, sagt Heinrich Birner, Verdi-Geschäftsführer für München und Region. Die gute Nachricht für betroffene Eltern: Die Streiks werden also erst mal ausgesetzt.

Ab wann können Münchner ihre Kinder wieder normal in die Einrichtungen bringen?

Ab Montag! Dann sind die Kindergärten, Krippen oder Tagesheime wieder normal geöffnet. Vorerst. Denn wie lange die Schlichtung dauern wird, ist noch nicht klar.

Warum sind die Verhandlungen gescheitert?

Die kommunalen Arbeitgeber seien nicht bereit gewesen, alle betroffenen Gruppen aufzuwerten, sagt Birner. Thomas Böhle, Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, entgegnet: Die Forderungen der Gewerkschaften seien zu hoch gewesen. Die Arbeitgeber hätten viele Verbesserungen vorgeschlagen. Doch: „Zu pauschalen Erhöhungen waren wir nicht bereit.“

Schlichter der Gewerkschaften ist der ehemalige OB von Hannover  

Wie lange können Eltern durchschnaufen?

„Das hängt vom Verlauf der Verhandlungen ab“, sagt Verdi-Geschäftsführer Birner. In der Regel müsse man bei einer Schlichtung mit zwei bis drei Wochen kalkulieren. Doch: Das bedeutet nicht automatisch ein Ende der Streiks. „Bei Verdi entscheiden die Mitglieder in der Urabstimmung, ob der Vorschlag der Schlichter angenommen wird - oder nicht.“ Dann könnte es wieder Streiks geben.

Wer sind eigentlich die Schlichter?

Die Gewerkschaften haben schon einen Schlichter benannt: Den ehemaligen Oberbürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg. Der Schlichter der Arbeitgeber steht noch nicht fest. Er soll aber laut VKA-Präsident Böhle „zügig“ verkündet werden. Starten sollen die Schlichtungsgespräche voraussichtlich Mitte kommender Woche.

Kehrt dann erst einmal Ruhe in München ein?

„Wir halten uns an alle Vorgaben“, sagt Verdi-München-Chef Birner. Die Betreuungseinrichtungen haben also ab Montag sicher geöffnet. „Aber wie oft wir auf die Straße gehen, das lassen wir uns nicht vorschreiben.“ Deswegen ruft die Gewerkschaft für Mittwochabend um 18 Uhr zu einer Kundgebung ausgehend vom Circus Krone auf. Wohin die Demo geht, müsse erst noch mit dem Kreisverwaltungsreferat geklärt werden, so Birner. Nach vier Wochen Ausstand sind viele Eltern mittlerweile genervt von den Streiks. Birner hofft trotzdem auf eines: Dass viele Münchner immer noch Verständnis für die Erzieher haben - und mitdemonstrieren.

Ramona Weise 

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