Ab Montag mindestens zwei Wochen Streik

So kommen Sie durchs Kita-Chaos

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Eltern und Erzieher sehen ab Montag rot: Der Streik ­beginnt.

München - Ab Montag bleiben die städtischen KiTas für mindestens zwei Wochen geschlossen. Das wird den Alltag der Eltern kräftig durcheinanderwirbeln. Was Sie jetzt wissen müssen: 

Wo bleiben die Türen aufgrund des Erzieher-Streiks der Gewerkschaft Verdi zu?

In den städtischen Krippen, Kindergärten und Horten. Nicht bestreikt werden Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände wie AWO, Caritas und BRK. Generell gilt: nachfragen! Ob Ihr Sprössling daheim bleiben muss, erfahren Sie von Ihrer jeweiligen Einrichtungs-Leitung.

Gibt es einen Notfallplan?

Ja, aber nur für Mädchen und Buben im Kindergartenalter. Sie können einen so genannten Härtefallplatz bekommen. Insgesamt gibt es davon in München aber nur 1000 Stück.

Wie kriege ich einen Platz?

Eltern müssen bei der Leitung schriftlich darlegen, dass sie keine Betreuung für ihr Kind gefunden haben. Dann werden die Plätze verlost. Kinder, die einen Platz bekommen, werden in weniger bestreikten Einrichtungen untergebracht.

Können die Eltern ihre Kinder in den Räumen der KiTas privat betreuen?

Da erteilt die Stadt ein klares nein. Das ist wegen der Haftung nicht machbar.

Was passiert eigentlich mit den Gebühren für Betreuung und Verpflegung?

Die Eltern müssen beides trotzdem zahlen. Aber wenn ein Kind fünf Tage lang nicht in der KiTa war, bekommen Mütter und Väter ein Viertel der Kosten zurück. Von Vorteil: Sie selbst müssen keinen Antrag stellen.

Wer streikt noch?

Auch die Mitarbeiter der sozialen Dienste legen ab Montag die Arbeit nieder. Betroffen sind beispielsweise die Bezirks- und Schulsozialarbeit.

Wo sind die Demos?

Die Streikenden treffen sich am Montag ab 8.30 Uhr im Hacker-Pschorr Bräuhaus (Theresienhöhe 7). Dann geht die Gruppe Richtung Stachus. Dort findet um 12 Uhr eine Kundgebung statt.

"Support your Kita": Mutter für Solidarität mit Streikenden 

Für den Streik: Tina Angerer.

Die kleine Helena (2) wird am Montag nicht in ihre Münchner Kinderkrippe gehen. Vielleicht wird sie sogar die nächsten Wochen daheim bleiben. Denn ihre Erzieherinnen streiken. Für Helenas Mama Tina Angerer ist das ein Problem. Trotzdem schiebt sie nicht den Mitarbeiterinnen den schwarzen Peter zu. Im Gegenteil: Sie ist solidarisch statt sauer und stellt sich auf die Seite der Erzieherinnen.

„Es ist auch unser Streik, weil es unsere Kinder sind“, sagt sie. Die Münchnerin ist 40 Jahre alt und hat neben Helena noch eine sechs Monate alte Tochter. Sie sagt: „Wir müssen uns als Eltern mit den Erziehern solidarisieren.“ Deshalb hat die freie Journalistin auf Facebook eine Gruppe gegründet. Unter dem Titel „Support your Kita“ ruft sie Eltern dazu auf, sich für die Erzieher einzusetzen.

Seit Dienstag ist die Seite online. Drei Tage später haben mehr als 1800 Personen mit ihrem „Like“ erklärt, dass sie Tina Angerers Meinung teilen. Die Gruppe soll ein Forum für Gespräche sein, aber vor allem ein Zeichen: „Für eine Demo haben die meisten Eltern keine Zeit, aber man kann auch so zeigen, dass man da ist.“ Auch für den Spiegel hat die freie Journalistin einen Artikel zu dem Thema verfasst.

Darin schreibt sie, dass die Arbeit am Menschen mehr wert sein sollte: „Wenn Erzieherinnen streiken, müssen die Eltern trotzdem Gebühren zahlen, die Kommunen aber kein Gehalt.“ Es sei absurd, dass der Arbeitskampf ausgerechnet die Arbeitgeber finanziell entlaste. „Weil die Erzieherinnen keinen finanziellen Druck ausüben können, müssen wir Eltern das tun.“

vu

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