Von 7 bis 10 Uhr

Kitas: Warnstreik in München am Dienstag

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Verdi hat zum Kita-Warnstreik in München aufgerufen.

München - Erneut Warnstreiks bei den städtischen Kindertageseinrichtungen: Die zuständigen Gewerkschaften haben die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes dazu aufgerufen.

Die Mitarbeiter gehen am Dienstag von 7 bis 10 Uhr auf die Straße. Unter anderem fordern die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Lohn. Die erste Verhandlungsrunde war am 21. März ohne Annäherung zu Ende gegangen.

2015 hatten sich Streiks der Kita-Erzieherinnen über mehrere Wochen hingezogen und Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder in Schwierigkeiten gebracht.

Welche städtischen Kinderkrippen, Horte, Kindergärten, Häuser für Kinder oder Tagesheime betroffen sind, ist derzeit nicht bekannt. Die Leitungen der Einrichtungen werden die Eltern aber im Vorfeld über geplante Schließungen oder Einschränkungen im Betrieb informieren. Laut einer Mitteilung der Stadt sollen alle betroffenen Einrichtungen voraussichtlich ab 11.30 Uhr ihren gewohnten Betrieb wieder aufnehmen.

Die Stadt empfiehlt den Eltern, bei der Einrichtung ihrer Kinder direkt nachzufragen, ob sie vom Warnstreik betroffen ist. In Notfällen bemüht sich die Kita-Leitung, eine Notbetreuung in anderen städtischen Einrichtungen anzubieten.

Auf der Internetseite der Stadt werden die wichtigsten Elternfragen zum Warnstreik beantwortet.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Ab dem 1. August hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Allerdings fehlen in zahlreichen Städten und Gemeinden noch Einrichtungen. © dpa
Eltern können klagen, um ihre Ansprüche oder die Kostenerstattung für eine private Betreuung des Kindes durchzusetzen. Einige rechtliche Details sind dabei noch unklar. © dpa
Ab wann und gegen wen kann geklagt werden? © dpa
Sobald Eltern einen Ablehnungsbescheid von ihrer Gemeinde erhalten haben, können sie vor dem Verwaltungsgericht eine sogenannte Verpflichtungsklage auf einen Kita-Platz einreichen. Dazu genügt ein formloser Brief ohne anwaltlichen Beistand. Die Klagefrist beträgt vier Wochen ab Zustellung des Ablehnungsbescheids. © dpa
 In manchen Bundesländern muss vor einer Klage zunächst noch ein fristgemäßer Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt werden. Für Klagen vor dem Verwaltungsgericht ist kein Rechtsanwalt nötig. Zudem entstehen in der Regel auch keine Kosten. © dpa
Können nur Berufstätige auf einen Kita-Platz klagen? © dpa
Nein, alle Eltern können stellvertretend für ihre Kinder klagen. Das Gesetz regelt den Rechtsanspruch auf "Förderung" der Kinder, unabhängig von der Tätigkeit der Eltern. Unklar ist aber, ob eine nicht berufstätige Mutter Anspruch auf einen Vollzeitplatz in einer Kita hat. © dpa
Was ist, wenn die Behörde einen anderen Kita-Platz anbietet? © dpa
Ein alternativer Kita-Platz muss in einer "zumutbaren Entfernung" liegen. Wie weit das sein darf, ist unklar: Die Spanne reicht verschiedenen Urteilen zufolge von maximal fünf Kilometern bis zu einer halben Stunde Fahrzeit. Wer einen zumutbaren Kita-Platz ablehnt, verliert den Rechtsanspruch darauf. Eine Kita abzulehnen geht nur, wenn sie den gültigen Standards nicht entspricht: Wenn also die Gruppenzahl zu hoch ist, Beschäftigte nicht genügend qualifiziert sind oder die Einrichtung baufällig ist. © dpa
Muss eine Tagesmutter als Alternative zur Kita akzeptiert werden? © dpa
Das ist umstritten. Verwaltungen gehen davon aus, weil im Gesetz Kita und Kindertagespflege gleichrangig genannt sind. Laut einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln haben aber die Eltern die Wahl zwischen Kita und Tagesmutter (Az: 19 L 877/13). © dpa
Muss der Staat die Kosten für eine private Betreuung erstatten, wenn kein Kita-Platz gestellt wird? © dpa
Nicht sofort. Zunächst müssen betroffene Eltern bei den Kommunen die Kostenerstattung etwa für eine privat finanzierte Tagesmutter einfordern und dies mit Belegen nachweisen. Lehnt die Kommune eine Erstattung ab, kann auch dagegen vor dem Verwaltungsgericht formlos geklagt werden. Die Auslagen müssen sich im üblichen Rahmen bewegen und können einem Urteil zufolge etwa 400 Euro im Monat ausmachen. © dpa
Zahlt der Staat Verdienstausfall, wenn Eltern ihre Kinder selbst betreuen? © dpa
Solch eine Forderung durchzusetzen ist langwierig und geht nur mit Hilfe eines Anwalts oder einer Rechtsschutzversicherung. Zunächst muss die Verpflichtungsklage vor dem Verwaltungsgericht ohne Erfolg enden: Eltern bekommen also trotz Klage keinen Kita-Platz. Nun können sie den Staat wegen Amtspflichtverletzung auf Verdienstausfall verklagen, wenn sich ein berufstätiges Elternteil um das Kind kümmern muss. Für solch einen Rechtsstreit ist aber das Landgericht zuständig, und dort herrscht Anwaltspflicht. © dpa
Der Anwalt der Eltern muss der Kommune dann ein Verschulden beim Ausbau der Kita-Plätze nachweisen. Das ist im Einzelfall aber durchaus möglich, da die Kommunen seit fünf Jahren von ihrer Verpflichtung zum Kita-Ausbau wissen. © dpa

ska

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