Mit Kaffee verbrüht: McDonald's unschuldig

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Zum ersten Verhandlungstag am Münchner Landgericht: Denise N. (links) mit ihrer Anwältin Karin C. Neumann. Da waren sie noch optimistisch, Recht zu bekommen.

München - Denise N. (21) hatte sich einen Pappbecher von McDonald's zwischen die Oberschenkel gestellt. Das heiße Getränk verbrühte ihr die Haut. Der Richter sieht den Fehler nicht beim Schnellrestaurant.

Eine Frau hat vor dem Landgericht München 1500 Euro Schmerzensgeld gefordert, weil sie sich an heißem Kaffee aus einem Schnellrestaurant verbrannt hat. Die Klage wurde am Donnerstag auch in zweiter Instanz abgewiesen (Az. AZ 30 S 3668/11). Die Frau hatte sich im April 2009 gemeinsam mit ihrem Freund am Drive-In-Schalter eines Schnellrestaurants einen Kaffee geholt. Sie stellte den Becher zwischen ihren Oberschenkeln ab, er kippte um und sie zog sich Verbrennungen zweiten Grades zu.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht München die Klage abgewiesen, “da das Verschulden der Klägerin die weitaus überwiegende Schadensursache darstellte“. Sie habe den Kaffeebecher zwischen ihren Oberschenkeln abgestellt, “obwohl ihr bewusst war, dass sich im Becher eine heiße Flüssigkeit befindet“.

So sah das auch das Landgericht, das zuvor sogar noch in öffentlicher Sitzung eigene Prüfungen zur Dichtigkeit der Kaffeebecher angestellt hatte. Den Menschen könne nicht “jegliches Risiko abgenommen“ werden. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen. Die Entscheidung ist damit rechtskräftig.

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