Klagen gegen Geschäftsfliegerei abgewiesen

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Auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen dürfen auch in Zukunft mehr Geschäftsflugzeug starten und landen alGeschäftsfliegerei in Oberpaffenhofens noch vor einigen Jahren. Das Verwaltungsgericht hat Klagen von Fluglärmgegnern und Anrainern verworfen.

Oberpfaffenhofen/München - 18 Klagen, eine Entscheidung: Das Verwaltungsgericht hat laut vorläufigem Urteil die Genehmigung von zusätzlichen Starts und Landungen auf dem Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen nicht gekippt. Die Fluglärmgegner sind geschockt.

Dass das Verwaltungsgericht München die insgesamt 18 Klagen weitgehend abgewiesen. Die Klagen von Landkreisen wie dem Landkreis Starnberg wurden komplett verworfen, in einigen Fällen wie Weßling oder Gilching sowie bei Privatklagen machte das Gericht Auflagen hinsichtlich des Lärmschutzes, speziell bei Einrichtungen wie Kindergärten. "Sollte eine Überschreitung festgestellt werden, kann dies Auswirkungen auf die Betriebszeiten der Betreibergesellschaft EDMO bedeuten“, erklärte Rechtsanwalt Joachim Krauß am Montag. Der Jurist vertritt mehrere Gemeinden und Privatkläger.

Das Verwaltungsgericht hat bisher keine Begründung vorgelegt - das kann auch noch dauern. Fünf Monate hat es Zeit. Zudem hat die Kammer eine Berufung nur auf Antrag zugelassen und damit erheblich erschwert.

Für Hans-Werner Ruch von der Bürgerinitiative in Seefeld kommt das Urteil nicht unerwartet. "Wir sind natürlich enttäuscht. Aber es war absehbar", sagte er. Wie es mit dem Widerstand weitergeht, müsse jetzt verhandelt werden. "Ich persönlich bin für eine Revision, aber das ist natürlich eine Frage des Geldes." Germerings Oberbürgermeister Haas zeigte sich unglücklich über die Entscheidung. Von anderen Klägern lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.

Nicht ganz so dramatisch sieht es Starnbergs Landrat Karl Roth, dessen Klage bereits vor mehr als einer Woche abgewiesen wurde, was dem Kreis aber erst am Montag mitgeteilt wurde. Die Juristin des Kreises habe von Anfang an vor sehr geringen Erfolgschancen gewarnt. Roth kann der neuen Lage aber auch Positives abgewinnen: Die Klagen und vor allem der Einsatz der Bürgerinitiativen habe zu Nachbesserungen geführt. So änderte das Luftamt während des Verfahrens die Regeln für Abendflüge. "Damit können wir leben, denke ich", sagte Roth am späten Nachmittag. Er hoffe, dass nun Ruhe einkehre - auch im Interesse der Firmen mit rund 4000 Mitarbeitern, die am und auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen ihren Sitz haben.

Die EDMO als Betreibergesellschaft konnte zunächst keine Stellungnahme abgeben - ihr fehlten Unterlagen.

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