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„Der Widerstand 2023 wird größer als je zuvor“ - Klima-Aktivisten kündigen Blockade-Welle an

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Von: Leoni Billina

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Zwei Klima-Aktivisten der Letzten Generation stehen mit Bannern auf der Prinzregentenstraße und blockieren den Verkehr
Die Klima-Aktivisten der Letzten Generation kündigten auch für 2023 weitere Straßenblockaden an – wie hier im November an der Prinzregentenstraße Foto: preiss/dpa © Preiss/dpa

Sie kleben sich auf Straßen fest, blockieren Flughäfen und drehen Öl-Pipelines ab: die Klimaaktivisten der Letzten Generation. Nun kündigen sie an, den Widerstand 2023 massiv auszuweiten.

Los gehen mit der Blockade-Welle soll es geballt am 6. Februar. Doch auch davor seien schon einzelne Aktionen denkbar - München ist davon nicht ausgeschlossen.

„Wir werden unseren Protest auf die gesamte Republik ausweiten“, sagt Sprecherin Aimée van Baalen. „Wir werden an so vielen Stellen wie möglich und so oft wie möglich den Alltag unterbrechen.“ Damit meinen die Aktivisten Straßenblockaden, aber auch „andere Formen des friedlichen Widerstands“.

„Niemand kam an uns vorbei“

Nach Angaben der Letzten Generation beteiligten sich 2022 etwa 800 Menschen an den Protestaktionen. Sprecherin Carla Hinrichs resümiert: „2022 kam niemand an uns vorbei. Sei es auf der Straße oder bei Diskussionen am Küchentisch.“ Im vergangenen Jahr waren vor allem München und Berlin die Zentren der Aktionen der Klima-Kleber – das soll sich nach Angaben der Gruppe nun ändern. Sie wollen in ganz Deutschland präsent sein.

Ändern wird sich auch der Fokus ihrer Forderungen. Im Jahr 2022 lag das Augenmerk der Gruppe auf der Einführung eines Tempolimits und der Weiterführung des 9-Euro-Tickets. „Die Regierung ist nicht einmal diesen einfachsten Forderungen nachgekommen“, sagt Jakob Beyer von der Letzten Generation.

Die Gruppe fordert die Einführung eines Gesellschaftsrats

Deshalb will die Gruppe dieses Jahr vor allem eines erreichen: die Einführung eines sogenannten Gesellschaftsrates. Darunter stellen sich die Aktivisten eine Gruppe von Bürgern vor – zufällig ausgelost und repräsentativ. Dieses Gremium solle mit der Zielsetzung arbeiten, dass Deutschland bis 2030 klima-neutral wird. Die Bundesregierung müsse sich dazu verpflichten, die erarbeiteten Maßnahmen umzusetzen.

Die Ruhe, die zuletzt auf Münchens Straßen herrschte, dürfte also bald vorbei sein. Auch, weil die Allgemeinverfügung der Stadt, die wegen der Klima-Kleber eingeführt wurde, im Januar auslief. Allerdings zeigten sich die Aktivisten ohnehin unbeeindruckt von der Regelung. „Das war ein etwas absurder Versuch, uns abzuhalten“, sagt Hinrichs. „Wir gehen nicht auf die Straße, weil es legal oder illegal ist. Sondern weil wir ein dringendes Anliegen haben.“

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