Nächster Stichtag steht fest

München wappnet sich:  Ende November kommt die nächste Mega-Klimaschutz-Demo

Der Kampf für mehr Klimaschutz ist nicht mehr nur Schülersache. Die Bewegung „Fridays for Future“ hat weite Teile der Gesellschaft mobilisiert. Der nächste große Streik steht bevor. Von der Politik sind die jungen Aktivisten tief enttäuscht.

  • Am 29. November findet weltweit der nächste große Klimastreik statt.
  • Auch München wird Schauplatz einer riesigen Klimaschutz-Demonstration.
  • Im Vorfeld gibt es an hiesigen Universitäten Vorlesungen und Experten-Vorträge.

München - Ärzte, Architekten, Eltern, Omas, Wissenschaftler, Studenten – sie alle kämpfen für mehr Klimaschutz. An der Großdemonstration im September nahmen insgesamt 40.000 Menschen teil – und der nächste Klimastreik steht bereits vor der Tür. 

Am 29. November 2019, im Vorfeld des Weltklimagipfels, startet die nächste Großdemonstration um 12 Uhr auf dem Königsplatz. Der Aufruf dazu verbreitet sich nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch auf Flugblättern, Plakaten und Graffiti machen Münchner mobil.

Lesen Sie auch: Der Stadtrat in München hat den Klimanotstand ausgerufen. Bis 2035 soll die Stadt nun klimaneutral werden. Auch dem Bürgerbegehren für verbesserten Radverkehr sollen nun Taten folgen.

Klimastreik in München am 29. November: Ähnlich groß wie im September?

Jetzt erst recht, sagt zum Beispiel Antonia Messerschmitt (20) von „Fridays for Future“. Sie kritisiert: „Das Klimapaket der Bundesregierung ist absolut unnütz.“ Dass die Demo wieder so riesig wird wie die im September, glaubt sie nicht. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Veranstaltung nach so einem großen Erfolg etwas kleiner ausfällt.“ Dennoch schlössen sich immer mehr Menschen der Bewegung an.

Wie zum Beispiel Stefanie Strigl (40). Die Dreifachmama ging in den Osterferien erstmals bei einer „Fridays-for-Future“-Demo mit. Im Getümmel entdeckte sie den Schriftzug „Parents for Future“. „Stimmt, habe ich gedacht. Wo sind eigentlich die Eltern all dieser engagierten Schüler? Da waren sie“, sagt die Münchnerin. Heute gehört auch sie dazu: Die Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Univeristät engagiert sich in der Ortsgruppe München von „Parents for Future“. 

Der bundesweite, freie Zusammenschlusses von Erwachsenen war im März von Eltern gegründet worden, um sich mit den Schülern zu solidarisieren. „Wir stellen uns nicht vor ,Fridays for Future‘, sondern unterstützen die Bewegung“, betont Strigl. Und das – mit Rücksicht auf die arbeitenden Eltern – auch außerhalb der üblichen Demonstrationen am Freitagvormittag. Vergangenen Donnerstag war der Auftakt. An diesem Donnerstag findet die zweite Demo von „Parents for Future“ um 18 Uhr auf dem Geschwister-Scholl-Platz statt. Nach der Abstimmung zum Klimanotstand im EU-Parlament bestieg der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold direkt ein Flugzeug und sieht sich deshalb nun einem Shitstorm ausgesetzt.

Gibt es Rückhalt für die Klimaschützer von der Rathaus-SPD?

Und auch an den Universitäten selbst rumort es. Die „Students for Future“ veranstalten eine „Public Climate School“ – also so etwas wie eine Klima-Volkshochschule. Das ganze findet vom 25. bis 29. November statt, mit Vorlesungen und Experten-Vorträgen an den Münchner Universitäten. Das genaue Programm ist unter www.studentsforfuture-muc.de zu finden.

Auch in Münster findet am 29. November eine „Fridays for Future“-Großdemo statt, bei der ein Verkehrschaos drohen könnte. Das berichtet msl24.de*.

Die Klima-Demo auf dem Königsplatz im September. Der nächste Klimastreik findet am 29. November um 12 Uhr statt.

Zumindest verhaltener Rückhalt für die Klimaschützer kommt jetzt auch von der Rathaus-SPD. Diese hat zu den 31 kommunalpolitischen Forderungen von „Fridays for Future“ Stellung bezogen. In vielen Punkten bestehe ein weitreichender Konsens, teilt die Fraktion mit. Insbesondere bei ÖPNV-Ausbau, Versiegelung von Flächen und Vermeidung von Abfällen. An anderen Punkten – etwa bei der geforderten Autofreiheit innerhalb des Rings bis 2025 – sehe man jedoch „keine realistische Umsetzungsmöglichkeit in diesem Zeitrahmen.“

Der Rückversicherer Munich RE warnt vor den Folgen des Klimawandels - diese werden auf allen Kontinenten zu spüren sein. Ein Interview mit Vorstandschef Joachim Wenning. 

Siemens soll sich an Kohle-Bergbauprojekten in Australien beteiligen wollen. Fridays-for-Future-Demonstranten versammelten sich vor der Siemens-Zentrale am Wittelsbacherplatz.

Zu einer großen Protestaktion in München kam es auch nach der Wahl von Thomas Kemmerich in Thüringen. 300 Menschen versammelten sich vor der FDP-Zentrale.

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa

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