ver.di plant am Donnerstag eine Demo

Klinik-Personal geht auf die Straße

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Die Schwabinger Klinik

München - Den Angestellten der Münchner Kliniken reicht’s: zu hohe Arbeitsbelastung und eine ungewisse Zukunft. Deshalb ruft die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag zu einer Kundgebung auf.

 „Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht“, sagt Heinrich Birner, ver.di-Geschäftsführer in München. Deshalb ruft die Gewerkschaft am Donnerstag zu einer Kundgebung auf. Sie will auf die Situation der Mitarbeiter, die sich pro Jahr um 160 000 Patienten kümmern, aufmerksam machen.

„Seit zwei Jahren wird im städtischen Klinikum planlos Personal abgebaut. Offene Stellen werden einfach nicht mehr besetzt“, so Birner. Das bekommt auch Gabriele Vogler zu spüren. Sie arbeitet im Klinikum Neuperlach und in ihrer Abteilung wurden mehrere Stellen nicht neu besetzt. Immer öfters muss die Krankenschwester für Kollegen einspringen. „Man kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass man sich in der Freizeit wirklich erholen kann“, so Vogler. Die 58-Jährige berichtet von einer Zwickmühle, in der sich viele der insgesamt 8500 Klinikmitarbeiter befinden: „Eigentlich möchte man die freie Zeit genießen. Aber man kann die Kollegen ja nicht hängen lassen. Ich selbst bin ja auch froh, wenn wir nicht nur zu zweit auf der Station sind, weil jemand ausgefallen ist.“

Auf der Kundgebung spricht die ver.di-Vertrauensfrau für die Beschäftigten. „Ich will ein Zeichen setzen“, so die Münchnerin. Sie hofft, dass viele Kollegen um 16 Uhr vor das Klinikum Schwabing kommen und die Gewerkschaft. „Wir wären sehr zufrieden, wenn 100 oder 150 Kollegen dabei sind“, sagt Heinrich Birner. Denn anders als bei einem Streik können zur Kundgebung nur Angestellte kommen, die frei haben.

Laut Birner hat ver.di lange überlegt, ob sie eine Aktion machen soll. „Aber die Angestellten sorgen sich um ihre Zukunft“, so der Geschäftsführer. Denn die Leitung des städtischen Klinikums garantiert nur noch bis 2014 den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. „Wir wollen, dass der Betriebsrat endlich als strategischer Partner in die Sanierung eingebunden wird. So wie bei den Stadtwerken“, sagt Birner. Dazu müssen Arbeitsabläufe optimiert werden. „Bisher wird noch jeder Patient gut versorgt. Wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt“, fordert Birner.

Beate Winterer

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