Neue Bürgschaften nötig

Kliniken: Stadt muss weiter helfen

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Klinik-Chefin Elizabeth Harrison

München - Das Städtische Klinikum bleibt schwerkrank – aber es geht ihm schon etwas besser. Gesund sind die fünf Krankenhäuser aber noch lange nicht. Ob es ihnen jemals wieder richtig gut gehen wird?

 Die Klinik-Leitung geht davon aus, dass man weiter am Tropf der Stadt hängen wird.

Am Donnerstag legten Klinik-Chefin Elizabeth Harrison und Finanz-Boss Freddy Bergmann die Bilanz für das vergangene Jahr vor: Unterm Strich steht zwar ein irres Minus von 117 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 53 Millionen. Die neuen Mega-Miesen aber sind schon lange angekündigt und kommen laut Klinikum vor allem dadurch zustande, dass man für die Instandhaltung besonders maroder Häuser einmalig einen dicken Batzen zusätzlich beiseite legen musste. Hätte man diese und kleinere einmalige Summen nicht aufbringen müssen, hätte das Minus bei 32 Millionen gelegen. „Eine Ziellandung“, findet Bergmann.

Die medizinische Versorgung ist davon nicht betroffen: Im vergangenen Jahr kamen mehr Patienten in die fünf Krankenhäuser als im Vorjahr. Die Fallzahl stieg um 1774 auf 151.047 Patienten. „Das beweist, dass wir weiter das Vertrauen der Patienten und der einweisenden Ärzte haben“, sagt Harrison. Die meisten Kranken kamen nach Schwabing – 42.697 Patienten, etwas weniger als im Vorjahr. Bogenhausen verzeichnete mit 39.851 Patienten ein kleines Plus. Die Zahl der Mitarbeiter verringerte sich um 243 auf 6857 Vollzeitkräfte.

Die Klinik-Chefs sehen die Sanierung auf einem guten Weg: Dank der Steuer-Spritze der Stadt über 200 Millionen stehe man besser da als zuvor. Instandhaltung und Neubau – die Rede ist von zukünftig bis zu 1,5 Milliarden – müssen über Kredite finanziert werden. „Im Vorjahr haben die Banken nicht einmal mit uns gesprochen, jetzt reden sie mit uns“, sagt Bergmann. 2015 soll die schwarze Null unter der Bilanz stehen.

Allerdings werde die Stadt zunächst weiter helfen müssen – etwa durch neue Bürgschaften. Immerhin stehe der Aufsichtsrat nach dem Putsch-Versuch gegen Bürgermeister Hep Monatz­eder (Grüne) und dem Streit zwischen OB Christian Ude (SPD) und den Gewerkschaften wieder enger beisammen.

dac

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