Knapp drei Jahre Haft für diebischen Anwalt

München - Der Münchner Anwalt Stephan H. ist am Montag vom Landgericht wegen Veruntreuung von knapp einer Million Euro zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Der 39-Jährige war vor drei Jahren von einer vermögenden Mandantin mit der Abwicklung des Ankaufs einer Immobilie beauftragt worden. Die Frau hatte den Kaufpreis auf ein Treuhandkonto des Anwalts überwiesen, der das Geld nicht an den Verkäufer weiterleitete. Der Angeklagte hat dies im Prozess zugegeben.

Als die Zahlung fällig wurde, hatte H. bereits 810 000 Euro in bar abgehoben und mit der restlichen Summe eine Überweisung vorgenommen. Wofür er den großen Betrag benötigt hat, sagte er dem Gericht nicht. „Das Geld ist weg, so viel ist gesichert“, sagte der Vorsitzende. Der als Opferanwalt spezialisierte Angeklagte habe über zwei Jahre lang „alle Register gezogen, um eine Vollstreckung zu erschweren“.

Dabei habe er „Züge eines Winkeladvokaten“ gezeigt. Inzwischen ist die Familie des Angeklagten eingesprungen und hat immerhin 700 000 Euro an die Frau überwiesen.

tz

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