Mildes Urteil für Betrügerin

Ihr letztes Opfer beging Selbstmord

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Betrügerin Elisabeth Z. am Mittwoch vor Gericht

München - Sie hat viele Menschen belogen und betrogen, sie um ihr ganzes Geld gebracht. Elisabeth Z. (56) finanziert schon Jahrzehnte ihr Leben durch Betrügereien. Ihr letztes Opfer beging Selbstmord.

Ihr letztes Opfer konnte am Mittwoch nicht mehr als Zeuge aussagen. Ralf H. (45) hat sich im Februar aus Verzweiflung umgebracht. Vom Landgericht bekam sie nun die Quittung: Vier Jahre und neun Monate Gefängnis!

Auf ein Dutzend Vorstrafen bringt es Elisabeth Z. Haftstrafen haben sie nie abgeschreckt. Kaum ist sie wieder in Freiheit, macht sie weiter wie gewohnt. „Sie ist eigentlich ganz lustig und unterhaltsam“, sagt Zeugin Ruth G. (57). „Dass ihre Geschichten erlogen waren, habe ich erst später herausgekriegt.“ Zu spät: Auch Ruth G. wurde um ihre Ersparnisse von 50 000 Euro gebracht.

Als ideales Opfer erwies sich auch der Hausmeister Ralf H., den die Verbrecherin kurz nach ihrer Haftentlassung im Jahr 2008 kennengelernt hatte. Sie überredete ihn, sein Geld in einen Radiosender in Salzburg zu investieren. Er löste seine Lebensversicherung auf, gab ihr 30 000 Euro. Elisabeth Z. wurde noch fieser: Weil sie von Ralf H. wusste, dass er in Tina F. verliebt war, versprach sie, die beiden wieder zusammenzubringen. „Tina ist in einer Notlage“, machte sie ihm weis. Sie benötige dringend 13 000 Euro. Ralf H. lieh sich das Geld von seinen Eltern – und Elisabeth Z. verprasste das Geld selbst.

„Ralf hat nichts mehr gehabt zum Schluss“, sagte seine Mutter vor Gericht und bricht in Tränen aus: „Er war so ein lieber Kerl. Sie hat ihn auf dem Gewissen!“ Zeugen bestätigten: „Er war verzweifelt, weil er seine Eltern mit reingezogen hat.“

Auf Rat ihres Anwalts Michael Pösl legte die Angeklagte ein volles Geständnis ab. Pösl: „Viel Geld ist an Scientology geflossen.“ Richter Thomas Denz begründete sein mildes Urteil damit, dass sie alles gestanden hatte.

E. Unfried

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