Knast für Uni-Stalker

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Technik-Student Erdogan C. muss 14 Monate ins Gefängnis

München - Seit fünf Jahren verfolgt ein Student (46) eine wissenschaftliche Assistentin auf Schritt und Tritt. Jetzt zog das Amtsgericht dem Stalker aus dem Verkehr.

Wenn sie in der Uni-Mensa essen geht, sucht er ihre Nähe. An der Bushaltestelle wartet er auf sie. Und wenn sie morgens ihre Wohnungstür öffnet, muss sie damit rechnen, dass er sie anspricht. Seit fünf Jahren verfolgt Elektrotechnik-Student Erdogan C. (46) die wissenschaftliche Assistentin Monika E. (28, Name geändert) auf Schritt und Tritt, bombardiert sie mit Telefonaten und E-Mails, fotografiert sie heimlich. Jetzt zog das Amtsgericht dem Stalker aus dem Verkehr: Er muss 14 Monate ins Gefängnis!

Man hatte mal in der TU-Mensa gemeinsam einen Kaffee getrunken, mehr war nie. Obwohl er seit 1999 verheiratet ist, verliebte er sich in die damalige Architektur-Studentin. Der gebürtige Türke verfolgt sie seither auf Schritt und Tritt, obwohl sie ihm deutlich klarmachte, dass sie von ihm nicht wissen will. In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an die Justiz. Sie erwirkte ein Kontaktverbot. Die Technische Universität erteilte ihm 2007 Hausverbot.

Erdogan C. studiert seither in Kaiserslautern weiter, kommt aber häufig nach München. „Um meine Frau zu sehen“, wie er vor Gericht erklärt. In Wahrheit verfolgt er bei jeder Gelegenheit die Wissenschaftlerin. 28 Vorfälle hat die Staatsanwaltschaft angeklagt. Meist fährt er ihr mit dem Fahrrad hinterher. Flüchtet sie in ein Café, setzt auch er sich rein. Warum macht er das? Auf die Frage von Richterin Anja Knorr versteigt sich der Angeklagte in abstruse Ausreden: „Ich wollte ihr beweisen, dass ich kein Gewalttäter bin.“

Die Polizei fand bei ihm 125 Bilder, die er heimlich von ihr gemacht hatte. Dazwischen sind Fotos, wie er nackt vor dem Spiegel steht. Monika E. ist inzwischen mit den Nerven fertig, benötigt ärztliche Behandlung. „Ich habe meine Wohnung verkauft, weil er so oft vor meiner Tür stand“, sagt sie weinend. Richterin Knorr zu dem nur bedingt einsichtigen Angeklagten: „Sie haben der Frau das Leben zur Hölle gemacht!“ Dafür gibt’s Knast – ohne Bewährung. 

E. Unfried 

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