Wieder Schmierereien an der Knoll-Kapelle

Mein Gott, warum tut ihr das?

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 Schon seit drei Jahren sind immer wieder Parolen auf das Gotteshäuserl geschmiert. Gottswinter: „Sie sprühen nicht gerade vor Intelligenz.“

München - Markus Gottswinter, Pfarrer der katholischen Pfarrei Mariahilf in der Au, ist sprachlos. Schon wieder hat ein unbekannter Schmierfink die Knoll-Kapelle in den Frühlingsanlagen beschmiert.

Markus Gottswinter, Pfarrer der katholischen Pfarrei Mariahilf in der Au, ist sprachlos. Schon wieder hat ein unbekannter Schmierfink die Knoll-Kapelle in den Frühlingsanlagen beschmiert – mit mehr als bedenklichen Parolen und einem Zeichen, dass untrennbar mit Diktatur und Verfolgung der Religionen verbunden ist. „Es ist einfach traurig“, kommentiert Gottswinter die Hammer- und Sichel-Zeichen, die mindestens zum fünften Mal die 1905 vom damaligen Pfarrer von Mariahilf, Simon Knoll, gestiftete Kapelle verunstalten.

„Streiks – Bewaffnen, Bosse entführen! Revolution!“ ist da zu lesen – Worte, die an die Zeiten des roten RAF-Terrors erinnern.

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Im November 2009 hatte die tz bereits über eine der Schmieraktionen dokumentiert, die immer nach dem gleichen Muster laufen. Die Stadt weißelte die Kapelle neu. Doch ein Jahr später zeigte sich wieder fast das gleiche Bild. Und wieder wurde geweißelt. Bis vor einer Woche waren die Wände der dem Leiden Christi gewidmeten Ölberg-Kapelle noch unversehrt. Doch am Montag prangten wieder die Schmierereien auf der Andachtsstätte, die viele Bürger zum Trost aufsuchen und liebevoll mit Blumen schmücken.

Pfarrer Gottswinter versteht den unbekannten Schmierer nicht: „Warum diese Kapelle, sie hat doch niemand etwas getan?“ Seine Erklärung: „Die Gegend um die Kapelle ist halt nachts kaum bevölkert, da kann man sich trauen.“

Was er über die Parolen sagt? „Sie sprechen nicht gerade von sprühender Intelligenz.“ Hochwürden hat jetzt einen Plan, wie man das Treiben beenden könnte: „Vielleicht pflanzen wir Efeu um die Kapelle, dann kommt der Künstler nicht mehr so einfach an die Wände ran."

Johannes Welte

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