In Mosis Kult-Lokal

Die Koks-Beichte des Hundskugel-Kellners

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Im Pullover erschien Ex-Hundskugel-Kellner Nadhir D. (42) (kl. Bild) vor Gericht.

München - Früher kellnerte er in Rudolph Mosshammers Kult-Lokal Hundskugel, dann geriet er auf die schiefe Bahn. Jetzt musste sich Nadhir H. vor Gericht verantworten.

Früher, als sein Leben noch in Ordnung war, da hatte Nadhir D. (42) einen netten Job: In Rudolph Moshammers Kult-Lokal Hundskugel servierte er im Hackenviertel Hendl und Helles – als Kellner machte er seine Sache gut. Im Jahr 2009 änderte sich aber alles: Durch einen doppelten Schlaganfall erkrankte er schwer und konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben. Er geriet auf die schiefe Bahn – insgesamt 173 Mal soll er zwischen April und November 2011 harte Drogen verkauft haben, darunter Kokain und Ecstasy. In seiner Wohnung und in einem Bunker hortete er den Stoff – von einer Kundin nahm er laut Anklage auch sexuelle Dienste als Bezahlung. Wegen vorsätzlichem unerlaubten Besitz und Handel mit Betäubungsmitteln musste er sich am Freitag vor dem Landgericht verantworten.

Nadhir D. sieht müde aus, tiefe Furchen ziehen sich durch sein Gesicht, die Augäpfel sind gerötet. Noch immer leidet er unter den Folgen der Schlaganfälle. „Bei Ihrer Krankheitsgeschichte ist Drogenkonsum nicht die beste Idee“, mahnt Richter Gilbert Wolf. Als Vorsitzender macht er kurzen Prozess: Nach einem Rechtsgespräch gibt Nadhir D. sieben Fälle zu, schweigt aber zu den Einzelheiten – zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt ihn die Kammer, weitere drei Jahre lang darf er sich nichts zuschulden kommen lassen. Ein Grund für das eher milde Strafmaß ist, dass Nadhir D. andere Bewährungsstrafen ohne Probleme überstand – und auch, dass er sein Leben wieder im Griff hat: Die Sucht ist überwunden, heute arbeitet er als Müllmann, hat ein festes Einkommen und ist in zweiter Ehe verheiratet – für den Hundskugel-Kellner ist das Urteil die Chance auf eine Zukunft.

Elf Jahre Knast für Drogenboss

Das Bayerische Landeskriminalamt hat einen großen Erfolg im Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität gelandet: Die Beamten konnten den Boss (35) eines Drogenrings im Kosovo schnappen – dorthin hatte er sich nach seiner Verurteilung in Deutschland abgesetzt, um der Haft zu entgehen. Ihm wird vorgeworfen, 15 Kilogramm Heroin in den Großraum München geschmuggelt zu haben. Nun muss er seine Strafe von elf Jahren im Knast absitzen.

Andreas Thieme

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