Zähne abgebrochen & Hämatome im Gesicht

U-Bahn-Attacke: Kolumbianische Studenten von Trio verprügelt

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Wollen ihr Gesicht nicht zeigen: Die beiden kolumbianischen Studenten hoffen, dass der Fall schnell aufgeklärt wird.

Fiese Attacke in der U-Bahn: Drei junge Männer sollen zwei kolumbianische Studenten mit Schlägen traktiert haben. Erst ein Pärchen beendet den Albtraum der beiden Südamerikaner.

München - Sie kamen nach München, um hier zu lernen, zu leben und internationale Freundschaften zu knüpfen. In der Nacht zu Sonntag jedoch lernten die kolumbianischen Studenten Laura (20) und Juan Camilo (23, Namen geändert) in der U-Bahn die böse Seite der Stadt kennen: übelsten Rassismus und nackte Gewalt. Juan Camilo trug zwei abgebrochene Zähne, ein Ohrgeräusch und Hämatome nach Schlägen ins Gesicht davon.

Laura studiert in München Medizin, Juan Camilo arbeitet im Rahmen seines BWL-Studiums bei einer Unternehmensberatung. Beide stammen aus Medellín, besuchten dort die deutsche Schule und sprechen darum gut Deutsch. Am Samstag feierten sie mit Freunden.

Nach Mitternacht stiegen Laura und Juan Camilo am U-Bahnhof Messestadt-Ost in die U2. „Nach ein oder zwei Stationen stiegen drei deutsche Jungs zu. Sie hatten getrunken und setzten sich dicht neben uns, obwohl der Wagen fast leer war.“ Einer griff Laura plötzlich dreist an den Po. Juan Camilo rief: „Lass das!“ Der Moment, „in dem sie merkten, dass wir keine Deutschen sind“.

Zugestiegenes Pärchen hilft

Einer würgte den Kolumbianer, dann hagelte es Schläge: „Ich wurde ins Gesicht und in den Bauch geschlagen. Auch Laura wurde geohrfeigt.“ Am nächsten Bahnhof stieg ein Pärchen zu, das den Ernst der Situation sofort erkannte. Der Mann stellte sich schützend vor die weinende Laura. Dann drückte er den SOS-Knopf und sprach mit dem Fahrer. Unter rassistischen Hass-Tiraden („Verdammte Ausländer!“, „Verpisst euch, Spanier!“, „Ich hasse Leute wie euch!“) stiegen die Täter am Innsbrucker Ring in den Zug gegenüber um. Am Hauptbahnhof erstatteten die Studenten Anzeige. Juan Camilo verbrachte die nächsten Tage beim Zahnarzt und im Klinikum Großhadern.

Zur tz meinte er: „Schläger gibt es überall auf der Welt. Ich bin dankbar für das Paar, das uns verteidigt hat. Ich verzeihe den Männern, die uns geschlagen haben. Und auch denen, die nichts taten, um die Sache zu vermeiden.“

Die Polizei aber verzeiht nicht: Sie ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Und: Es gibt gute Fotos der Schläger von der Überwachungskamera im Zug. Wann sie veröffentlicht werden, entscheidet ein Richter.

Dorita Plange

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