Ist das schon eine Trendwende?

5.494 Komasäufer im Krankenhaus

München - Sie lassen sich volllaufen, bis der Arzt kommt: 5494 Jugendliche landeten im vergangenen Jahr mit schweren Alkoholvergiftungen in bayerischen Krankenhäusern. Ist es eine Trendwende?

Das meldete am Dienstag die Krankenkasse DAK und berief sich auf bislang unveröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamts Bayern. Immerhin: Die Erhebungen belegen, dass es 2011 erstmals seit sechs Jahren wieder etwas weniger Vollrausch-Einlieferungen gab.

Unterm Strich stehe ein Rückgang um 130 Fälle gegenüber dem Berichtsjahr 2010, damit sank die Zahl der ärztlich versorgten Komasäufer um 2,3 Prozent, so die DAK. Nach wie vor sind die meisten Betroffenen männlich. So kamen voriges Jahr 3393 Buben mit einer Alkoholvergiftung in die Klinik und 2101 Mädchen.

Doch egal welchen Geschlechts die jungen Patienten sind – ihre Zahl sei immer noch viel hoch, betonte DAK-Landeschef Gottfried Prehofer: „Der Rückgang ist erfreulich, aber sicher noch keine Trendwende. Wir haben die Probleme noch nicht gelöst.“ Ins selbe Horn stieß Bayerns Gesundheits-Staatssekretärin Melanie Huml (CSU): „Die Zahlen belegen, dass Prävention weiterhin notwendig ist.“

Jugendliche im Vollrausch – seit der Jahrtausendwende schlagen Polizisten, Sozialarbeiter und Ärzte immer heftiger Alarm. Ihre Sorge untermauern sie mit Fakten: So hat sich die Zahl der Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung in Kliniken gebracht werden mussten, binnen weniger Jahre fast verdoppelt. 2003 waren es 3042 Fälle, 2010 bereits 5624.

Andreas Beez

Rubriklistenbild: © dpa

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