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Immer mehr Obdachlose

Kommentar: Die Armut wird sichtbarer

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Christine Ulrich, Redakteurin für Soziales im Lokalteil. 

München - In München leben immer mehr Menschen auf der Straße. Die Zuwanderung aus EU-Ländern nimmt zu. Und nicht alle Obdachlosen wollen in die städtischen Unterkünfte. Unsere Redakteurin Christine Ulrich kommentiert.

Leben hier mehr Menschen auf der Straße? Oder ist vor allem die Wahrnehmung gestiegen? Fakt ist: Auch und gerade in München gibt es mehr Wohnungslose. Sie müssen nicht draußen schlafen, dafür sorgt die Stadt, doch ihre Lebenssituation ist oft gruselig. 

Immer mehr Menschen kommen aus der EU: Rumänien, Polen, Spanien, Italien – auf der Suche nicht nach dicken Autos, sondern nach Jobs, um ihre Kinder zu ernähren. Man muss nicht bis nach Pakistan oder Somalia schauen, um Not und Elend zu sehen. Sie gesellen sich zu einheimischen Armen, deren Zahl ebenfalls wachsen dürfte, wenn die Renten nicht mehr reichen. 

In München fällt die Schere besonders auf: zwischen den Leuten in den Glockenbachsuiten und denen, die unter der Reichenbachbrücke hausen – und beim Bau von Luxuswohnungen vielleicht fünfzig Euro am Tag verdienen. München, die schöne, gepflegte Stadt, wird sich dran gewöhnen müssen, dass auch andere am Reichtum teilhaben wollen und dass Armut sichtbarer wird. Es war nur eine Frage der Zeit, dass mehr Arme diese Insel der Glückseligkeit bevölkern. Mit der Versorgung klappt es bisher gut, doch Politik und Gesellschaft werden gefordert bleiben: mehr Wohnungen, bessere Arbeitsverhältnisse – und jeder Bürger, dem es gut geht, kann helfen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel zum Thema Immer mehr Obdachlose aus EU-Ländern sowie die Reportage über die Arbeit des Münchner Kältebusses. 

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