Das wird teuer

Kommentar zur MVV-Reform: Wenige zahlen für viele

Redakteur Sascha Karowski.

Fällt bei der Reform des MVV-Tarifs die Gerechtigkeit der Übersichtlichkeit zum Opfer? An manchen Stellen ist die Preissteigerung etwas hoch gegriffen, meint Redakteur Sascha Karowski.

Dass die Tarife beim Verkehrsverbund unübersichtlich sind, steht außer Zweifel. Es geht aber sogar noch schlimmer. In Köln beispielsweise gibt es nicht nur unterschiedliche Farben für Strecken und Preise, sondern neben dem Schüler-, Studenten- und Auszubildendenticket auch noch eines für Grundschüler und ein weiteres für alle jene, die gerade ihre Schule abgeschlossen, Ausbildung oder Studium aber noch nicht begonnen haben.

Komplex gegen einfach - gerecht oder ungerecht

In Köln und freilich auch in München zeigt sich: Wer ein solches Tarifsystem gerecht gestalten will, der kommt um eine gewisse Komplexität nicht umhin. Gegenbeispiel ist Paris. An der Seine gibt es einen Einheitstarif. Jeder zahlt den gleichen Preis, egal, wie weit er fährt. Das ist fraglos übersichtlich, gerecht ist es aber wohl nicht.

Und auch bei der Reform des MVV-Tarifs werden einige wenige für ein einheitliches Zeitkarten-Ticket für den Münchner Innenraum mehr zahlen müssen, wenn sie bisher eine Monatskarte für die Ringe 1 bis 2 hatten. Dass es jetzt im Monat gleich zehn Euro sein sollten, ist allerdings schon ein bisschen hoch gegriffen. Insofern tut die Stadt gut daran, darauf zu achten, dass die Gerechtigkeit nicht in Gänze der Übersichtlichkeit zum Opfer fällt.

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