Nach fieser Kontrollfalle

Kommentar: Standortnachteil S-Bahn

München - Vorfälle der Kontrolleure in der Münchner S-Bahn mit Fahrgästen häufen sich. Thomas Kaspar fordert in seinem Kommentar ein neues Zielbild. #MUCFAILS

Der Flughafen München befragt regelmäßig die knapp 100.000 Passagiere, die täglich in München landen und abfliegen. Als ein Top-Ärgernis wird die Anbindung von Bahnhof und Flughafen genannt. Das Preissystem ist viel zu kompliziert und am Ende weiß man nie, ob man bei dem teuren Ticket alles richtig gemacht hat. Das Zittern vor der Kontrolle ist schon am Fahrkarten-Automaten eingebaut.

Vom Hauptbahnhof ist die S8 zum Flughafen dank eines miserablen Beschilderungssystems kaum zu finden und die S1 wird regelmäßig zum Starnberger Bahnhof verlegt, ohne dass im S-Bahn-Geschoss auch nur ein Hinweis darauf zu finden ist. Oft steht dort nur lapidar "Zug fällt aus."

Das Ziel muss Service, nicht Strafe sein

Die S-Bahn ist also ein echter Standortnachteil für München und der MVV täte gut daran, alles zu tun, diesen Nachteil auszugleichen.

Dass es auch anders und moderner geht, zeigen zahlreiche Beispiele. In Wien etwa helfen charmante Mitarbeiterinnen mit iPad bei Problemen mit dem Zug zum Flughafen. Das Ziel ist ja, die Fahrgäste möglichst einfach und bequem zu befördern, und nicht Strafgeld zu verlangen.

Die Polizei hat längst erkannt, dass die Radar-Kontrollen viel wirksamer sind, wenn sie vorher angekündigt werden. Rapide drosseln die Autofahrer ihre Geschwindigkeit, wenn bekannt ist, dass gemessen wird. Das Ziel ist ja, die Sicherheit zu erhöhen und nicht Strafgeld zu verlangen.

Die MVV braucht klare Verantwortung

Doch was macht der MVV? Er lässt immer noch zu, dass einige seiner Kontrolleure als schwarze Sheriffs auftreten und den Eindruck erwecken, sie würden regelrechte Bußgeldfallen aufstellen.

Keine Frage: Wer bewusst schwarz fährt und auf Kosten der Gemeinschaft Kilometer schnorren will, muss zur Kasse gebeten werden. Danke an dieser Stelle an alle Kontrolleure, die hier für Ordnung sorgen. Der Eindruck bleibt aber, dass es immer wieder und viel zu oft zu Problemen kommt. Gerade auf der Flughafenstrecke und gerade bei ausländischen Fahrgästen.

Egal wie oft wir darüber berichten - die Reihe der Fälle, in denen Fahrgäste rüde behandelt werden, reißt nicht ab. Wir brauchen aber Wegweiser, Helfer und Service-Mitarbeiter, die bei Problemen helfen. Und wir brauchen jemand, der endlich Verantwortung übernimmt und etwas ändert!

So geht es aber auch: Bayerisches Paar begeistert das Netz mit seiner Hilfsbereitschaft

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Kommentare

Max
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Als jemand der täglich am Hbf in die S-Bahn steigt mal eine Gegendarstellung zu diesen unbewiesenen Behauptungen hier: 1.) Das Beschilderungssystem am Hbf ist absolut ausreichend, an allen Ecken das grüne S, sogar Abfahrtstafeln für die S-Bahn bei den Fernzügen und oben vor den Eingängen zur S-Bahn. Wer die Augen nicht permanent geschlossen oder auf dem Handy hat, sieht diese Zeichen. 2.) Das die S1 regelmäßig zum Starnberger Bahnhof verlegt wird ist unwahr, das passiert nur in Ausnahmefällen. 3.) Das in diesen Ausnahmefällen dann nur lapidar angeschlagen wird "Zug fällt aus" ist ebenfalls unwahr. Die entsprechenden mündlichen Durchsagen vom Personal im S-Bahnhof sind ca. alle 2 Minuten vorhanden, ebenfalls ein Laufband auf der Anzeigentafel. 4.) Das es auch noch viel schlechter geht zeigen noch viel mehr Beispiele allein in Europa z.B. Dublin oder mehere Flughäfen in London. 5.) Auch in München helfen die Mitarbeiter der Bahn am Hbf direkt aus dem Glaskasten am S-Bahn-Gleis, wenn es mal wirklich Probleme gibt. Man muß sie nur fragen, was auch gemacht wird. 6.) Das das Ticket-System für Flugreisende undurchsichtig ist kann nur jemand behaupten, der das MVV Airport-City-Day-Ticket nicht erwähnen will. Kann überall ganz einfach gekauft werden und gibt dann auch garantiert keinen Streß mit Kontrolleuren. Da steht sogar noch Airport drauf 7.) Die Zahl der Gäste die rüde behandelt werden mag nicht abreißen, aber sie ist hundertfach kleiner als die Zahl von Gästen, die ganz normal behandelt werden, wenn sie den Kontrolleur ebenfalls normal behandeln - ich bin z.B. einer von denen. 8.) Wir brauchen nicht mehr "Wegweiser, Helfer und Service-Mitarbeiter" sondern einfach mehr Menschen, die auch mal ihren Verstand einschalten und sich nicht immer nur auf andere Menschen verlassen. Die Aufforderung zu noch mehr "Wegweiser, Helfer und Service-Mitarbeiter" unterstützt viele Menschen nur darin noch weniger ihren eigenen Verstand zu nutzen. Bevor nun Vorurteile aufkommen, nein ich arbeite nicht bei der S-Bahn und ja ich nutze die S-Bahn täglich und ärgere mich dort auch sehr über einige Dinge und unfähige Organisation.

Markus Kopp
(1)(0)

Zitat: "Der Eindruck bleibt aber, dass es immer wieder und viel zu oft zu Problemen kommt. Gerade auf der Flughafenstrecke und gerade bei ausländischen Fahrgästen."

Bist schon mal im Ausland versehentlich falsch gefahren? Nein? Dann mach das mal und lass dich erwischen. Viel Spass dabei!

wrzlbrnft
(0)(1)

Kontrolleure haben wahrscheinlich ein Soll zu erfüllen und das kann man am einfachsten durch Einschüchterung bei leicht einzuschüttenden Personen erreichen: weiblich - besten mit Kind, Ausländer. Mit martialischen Auftretten gehst natürlich noch leichter.
Die wenigen öffentlich werdenden Fälle sind dann natürlich bedauerliche Einzelfälle und dann wird ermittelt bis der Fall vergessen ist.
Kundenfreundlich wäre gerade vom Flughafen die Unterstützung beim Kauf eines passenden Tickets im Zug ohne Strafzahlungen. Aber dann ist ja das Soll nicht erfüllt.