Kommentar

Stadtstrand-Streit: Gift für die Koalitions-Hygiene

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Ulrich Lobinger.

München - Die Posse um den Kulturstrand geht weiter: Stadtrat und Verwaltung ringen um die Vergabehoheit. Merkur-Redakteur Uli Lobinger kommentiert. 

Dem Otto-Normal-Münchner ist es herzlich wurscht, wer den Stadtstrand veranstaltet. Urbanauten oder Urban League – die meisten Bürger kennen beide Veranstalter nicht. Warum machen CSU und SPD dann so ein Gewese um einen Sandhaufen, der null Wählerpotenzial bietet? 

Der Grund dafür ist gerade die Unwichtigkeit des Themas. Zwar läuft die Koalition seit bald drei Jahren weitgehend stabil, die meisten Stadträte sind einander aber fremd geblieben. Es wird gerne gelästert und gestichelt – auch öffentlich. Der Strand bietet die ideale Möglichkeit, am Koalitionspartner sein Mütchen zu kühlen, ohne die Kooperation ernsthaft zu gefährden. Bei wichtigen Themen muss sich Rot-Schwarz dagegen am Riemen reißen. Bislang gelingt dies, siehe Tram-Westtangente, wo man sich nach viel Zeter und Mordio doch zusammenraufte. 

Die Koalitionäre sollten den Streit um den Strand trotzdem rasch beilegen. Denn für dieKoalitions-Hygiene ist er auf Dauer Gift. Und die schwerste Entscheidung der gesamten Wahlperiode steht SPD und CSU noch bevor: Nämlich die, welche Wunschprojekte aufgrund der Haushaltslage geschoben oder ganz gestrichen werden müssen. Wenn es zum Schwur kommt, sollte nicht ein Sandhaufen auf die Stimmung drücken.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zum Thema: Kulturstrand -  OB Reiter will neue Entscheidung

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