Persönliche Gründe

Völlig überraschend: Münchens Grünen-Chefin tritt zurück

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Hat ihren Rücktritt erklärt: Münchens Grünen-Chefin Gudrun Lux.

Völlig überraschend hat Münchens Grünen-Chefin Gudrun Lux am Dienstag ihren Rücktritt erklärt. Sie sei in den vergangenen Monaten an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangt, sagte die 39-Jährige. In der Partei gibt es viel Verständnis für den Schritt, aber auch kritische Stimmen.

Ein Moment hat Gudrun Lux am Wochenende sehr zugesetzt. Bei der Aufstellungsversammlung der Grünen habe ihre Tochter zu ihr gesagt: „Komm mit nach Hause, Mami. Bitte!“ Und Grünen-Chefin Lux musste ablehnen, Parteitag mit über 300 Wahlberechtigten, Listenaufstellung mit über 100 Kandidaten für 80 Plätze.

„Ich muss noch hierbleiben“, hat sie ihrer Tochter gesagt. Und blieb, während eine Babysitterin das Kind nach Hause brachte. „Mir brach das Herz. Ich habe das später im Schlaf die halbe Nacht gehört: ,Komm mit nach Hause, Mami. Bitte!‘ Und ich habe mich selten so elend gefühlt.“

Münchens Grünen-Chefin Gudrun Lux: Überraschende Rücktrittserklärung

Die 39-Jährige hat am Dienstag überraschend ihren Rücktritt vom Amt der Parteivorsitzenden erklärt. Die Belastung, insbesondere jetzt vor der Kommunalwahl, habe sie in den vergangenen Monaten kontinuierlich an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gebracht. „Meine Mutterschutzzeit habe ich in der Geschäftsstelle der Partei verbracht, neue Mitarbeiter eingearbeitet. Selbst mit einem wenige Tage alten Säugling war ich auf Parteiveranstaltungen, habe Hintergrundarbeit geleistet, das Wahlprogramm mit ausgearbeitet, mein Hauptaugenmerk auf die Parteiarbeit gelegt.“

Grünen-Fraktionschef Florian Roth, der Mann von Gudrun Lux, kümmert sich beim Parteitag am Samstag um das gemeinsame Kind.

Lux ist vor Kurzem noch einmal Mama geworden, der Nachwuchs war ebenfalls mit beim Parteitag am Wochenende. Hinzu kommt offenbar eine schwere Krankheit im engsten Familienkreis. „Das Leben ist zerbrechlich. Es kann kurz sein. Es kann schwer sein. Ich will für meine Familie da sein können, mit Zeit und echter Aufmerksamkeit“, sagt Lux.

Die 39-Jährige war vor drei Jahren zur Parteivorsitzenden gewählt worden, zuletzt war sie im Juni wiedergewählt worden. Co-Vorsitzender Dominik Krause dankt Lux für ihren Einsatz. „Die vergangenen Wahlerfolge und die Einbindung der vielen neuen Mitglieder sind eng verbunden mit dem Namen Gudrun Lux. Der Vorstand und auch ich ganz persönlich möchten uns herzlich bei Gudrun für die vielen Stunden ehrenamtliche Parteiarbeit bedanken.“ Die Neuwahl der Parteivorsitzenden wird Anfang November im Rahmen eines Parteitags stattfinden.

Auch die Vorgänger von Münchens Grünen-Chefin Gudrun Lux traten zurück

Die Fluktuation an der Parteispitze bleibt damit hoch. Stadtrat Sebastian Weisenburger hatte 2014 ebenfalls aus familiären Gründen seinen Rücktritt erklärt, Co-Vorsitzende Katharina Schulze trat 2015 nicht mehr an. Nachfolgerin Heidi Schiller packte im Sommer 2016 ihre Koffer, da sie als Projektentwicklerin nach Afrika ging. 2017 warf Beppo Brem überraschend die Brocken hin. Sein Nachfolger Sylvio Bohr hatte nach eineinhalb Jahren Amtszeit dann ebenfalls seinen Hut genommen.

Dass Lux nun zurücktritt, hat auch in der Partei für Überraschung gesorgt, die Kommunalwahl ist schließlich bereits in sechs Monaten. „Ich verstehe ihre Gründe“, sagt ein Parteimitglied. „Aber ich finde, das hätte sie auch früher sehen müssen.“

„Sie hat es einfach unterschätzt, denke ich“, sagt ein anderes Parteimitglied. Der Arbeitsaufwand sei schließlich enorm, und es ist ein Ehrenamt.

Eine Vakanz an der Spitze der Partei werde es nicht geben, die Grünen haben traditionell eine Doppelspitze. So wird nun viel Verantwortung auf den Schultern von Krause und dem übrigen Vorstand ruhen. „Daher sehe ich den Rücktritt von Gudrun Lux gelassen“, sagt ein Grüner. „Irgendwann muss man auch mal an sich und die Familie denken.“

Hans Urban stieß auf seinem Hof mit einem Google-Street-View-Auto zusammen. Der Grünen-Abgeordnete erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Doch die Kamera lief mit und zeigt offenbar etwas anderes.

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