Kommunalwahl am 15. März 2020

Wettkampf um den Chefsessel im Münchner Rathaus: Die OB-Kandidaten im Check

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Am 15.März 2020 entscheidet sich bei  der Kommunalwahl, wer künftig als  Oberbürgermeister/in in München das Sagen hat.

In München kämpfen zur Kommunalwahl am 15. März 2020 mindestens 10 Kandidaten um den Posten des Oberbürgermeisters. Die drei aussichtsreichsten Bewerber sind Amtsinhaber Dieter Reiter, SPD, Katrin Habenschaden, Grüne, und Kristina Frank, CSU.

  • Am Sonntag, 15. März 2020, ist in Bayern die Kommunalwahl
  • In der Landeshauptstadt München kämpfen mindestens 10 Kandidaten um den Posten des Oberbürgermeisters
  • Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD), Katrin Habenschaden (Grüne) und Kristina Frank (CSU) sind die drei Bewerber mit den größten Chancen

Zehn Kandidaten werden nach aktuellem Stand am 15. März 2020 den Kampf ums OB-Rennen aufnehmen. Nachdem auch die neu gegründete, wachstumskritische München-Liste angekündigt hat, einen Bewerber aufzustellen, wird die Zahl zumindest auf elf anwachsen. Der Favoritenkreis bei der Kommunalwahl konzentriert sich aber auf drei aussichtsreiche Aspiranten: Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD), Katrin Habenschaden von den Grünen sowie die städtische Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU). Unsere Zeitung hat dem Trio exakt drei Monate vor der Wahl drei kurze Fragen gestellt: zu ihren persönlichen Vorzügen, zur Klimaschützerin Greta und zur Zukunft Münchens. Dabei gibt es einige Gemeinsamkeiten und viele Unterschiede – und vor allem durchaus überraschende Antworten.

Kristina Frank (CSU)

Kristina Frank (CSU)

Warum sollte man gerade Sie wählen?

Ich bin ein Münchner Kindl und kenne in meiner Heimatstadt jede Ecke. Als junge Mutter sind mir die Herausforderungen und die ungesunde Hektik im tagtäglichen Münchner Leben sehr nah. Regierungs-, Verwaltungs- und Führungserfahrung, gepaart mit Visionen und ausreichend Zeit für die Umsetzung, kann nur ich in die Waagschale werden. Und: Ich vereine als Einzige Leidenschaft und Augenmaß: eine Politik der Vernunft eben.

Greta Thunberg ist für das Magazin Time die „Person des Jahres“. Ihre auch? Wenn ja oder nein, warum?

Meine Person des Jahres ist mein Sohn. Übrigens schon zum dritten Mal hintereinander.

Wie sieht Ihr München der Zukunft aus?

Architektonisch aufregend. Gesellschaftlich geeint. Verkehrlich fließend. Wirtschaftlich gesund. Ökologisch vorbildlich. Und am wichtigsten: Bezahlbar für alle. München soll wieder leuchten.

Dieter Reiter (SPD)

Dieter Reiter (SPD)

Warum sollte man gerade Sie wählen?

Ich denke, das beantwortet mein Wahlkampfslogan ziemlich gut: „Gesagt. Getan. Gerecht.“ Was ich sage, das setze ich auch um. Wir haben in meiner Amtszeit die größte Ausbauoffensive für U-Bahn, Bus und Tram auf den Weg gebracht, neue Fahrradwege gebaut und Fußgängerzonen eingeweiht. Wir haben ein bundesweit einzigartiges Schulbauprogramm gestartet, gebührenfreie Kindergärten und kostenlose Mittagessen für bedürftige Rentner eingeführt. Wir bauen ein neues Volkstheater und sanieren das Stadtmuseum. Und auch für die Sechzger habe ich mich als Bayern-Fan eingesetzt. Und ich werde nicht aufhören, vom Bund einen besseren Mieterschutz und ein neues, soziales Bodenrecht zu fordern.

Greta Thunberg ist für das Magazin Time die „Person des Jahres“. Ihre auch? Wenn ja oder nein, warum?

Greta Thunberg hat die Menschen bewegt. Ihr ist es gelungen, weltweit auf das Thema Klimaschutz aufmerksam zu machen und vor allem auch junge Menschen dazu aufgerufen, sich politisch zu engagieren.

Wie sieht Ihr München der Zukunft aus?

Auf jeden Fall lebenswert – nicht nur für die Menschen, die viel Geld haben. Keiner muss mehr Flaschen sammeln, die Renten reichen für ein gutes Leben, Eltern finden in allen Stadtteilen die passende Betreuung für ihre Kinder, Autos fahren nur noch umweltfreundlich, aber eigentlich fahren alle lieber mit U-Bahn, Bus, Tram, dem Rad oder gehen zu Fuß – und der Freistaat hat das Stellwerk der S-Bahn am Ostbahnhof repariert.

Katrin Habenschaden (Die Grünen)

Katrin Habenschaden (Grüne)

Warum sollte man gerade Sie wählen?

Weil ich Lösungen für die Probleme habe, die München umtreiben, aber von CSU und SPD nicht angegangen wurden. Natürlich ist das der Verkehr – als tägliche S-Bahn-Fahrerin bin ich da leidgeprüft. Deshalb müssen wir viel mehr in den ÖPNV investieren. Dann muss der Klimaschutz in der Stadtpolitik ernst genommen werden, über den Wahlkampf hinaus. Und natürlich kann es beim Thema Mieten nicht so weitergehen.

Greta Thunberg ist für das Magazin Time die „Person des Jahres“. Ihre auch? Wenn ja oder nein, warum?

Greta ist eine faszinierende Persönlichkeit, aber Personenkult mag ich persönlich nicht. Für mich waren „Fridays for Future“ und die anderen Umweltbewegungen prägend, die den Klimaschutz ins Zentrum der Öffentlichkeit getragen haben. Das gibt uns Grünen Rückenwind, auch für unsere Politik im Rathaus.

Wie sieht Ihr München der Zukunft aus?

In meinem München muss kein Kind mehr in Armut leben und kein(e) Senior(in) mehr auf die Tafel angewiesen sein. Jeder Mensch kann sich Wohnen in München leisten. Die Stadtgesellschaft steht weiter eng zusammen gegen Rechts. Der Verkehr ist so gestaltet, dass alle Menschen schnell, zuverlässig und klimaschonend unterwegs sind – ob per Rad, ÖPNV oder Auto. Und mein München verliert nicht mehr jedes Jahr 2000 Bäume, sondern pflanzt neue und schützt seine Grünflächen.

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