Thema Erstversorgung: In München tagen 800 Mediziner/ Probleme gibt's mit Übergewichtigen

Kongress: Notfall-Fachärzte sollen Leben retten

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Probleme bereiten den Medizinern übergewichtige Patienten.

München - Eigene Fachärzte für Notfallmedizin sollen nach dem Willen von Medizinern künftig auch in Deutschland Leben retten und Kosten sparen.

Gerade in den Notaufnahmen, in denen es um lebensrettende Minuten gehe, seien oft junge und unerfahrene Ärzte im Einsatz, sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfallaufnahme DGINA, Barbara Hogan, am Montag zu Beginn eines Kongresses in München. Eine eigene Facharzt-Ausbildung sei in Deutschland gegenüber anderen Ländern längst überfällig.

Bis zum 18. September diskutieren mehr als 800 Notfallmediziner aus aller Welt über Entwicklungen ihres Faches, dem Diagnose und Erstversorgung unterschiedlichster Probleme vom verstauchten Knöchel über Knochenbrüche bis zu Herzinfarkt und Blutvergiftung obliegen.

Flatrate-Partys und Koma-Trinken bescheren den Notaufnahmen zunehmend jugendliche Patienten – „Menschen, die eigentlich gesund sind, aber zu viel getrunken haben“, sagte Kongresspräsident Christoph Dodt vom Klinikum Bogenhausen. Auch immer schwerere Patienten stellen die Ärzte immer öfter vor Probleme. „Wir brauchen neue Materialien“, sagte Hogan. Etwa müssten für besonders schwergewichtige Patienten Spezialbetten angeschafft werden – ein gewöhnliches Krankenbett sei nur für maximal 110 Kilogramm konzipiert. Auch die Krankentransporte müssten für extrem dicke Patienten speziell ausgerüstet sein.

Mit der Budgetierung und dem Rückgang der Hausärztezahlen insbesondere in ländlichen Gebieten verlagere sich die ambulante Versorgung immer mehr in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Auch dies mache eine spezialisierte notärztliche Versorgung notwendig. „Der Hausarzt, zu dem Sie mit Husten gehen, muss Facharzt sein – der Arzt im Krankenhaus, zu dem Sie mit Herzinfarkt gehen, nicht“, fasste Thomas Fleischmann, Chefarzt Interdisziplinäre Notaufnahme Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch, die derzeitige Lage in Deutschland zusammen. Dabei sei eine zentrale Notaufnahme auch billiger – denn in manchen Krankenhäusern gebe es bis zu 25 Notaufnahmen für die einzelnen Spezialgebiete. Fleischmann: „Natürlich retten wir Leben und mindern wir Leiden, aber wir sparen auch Geld.“

Quelle: tz

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