KVR kontrolliert: 10.000 Waffen abgeliefert

München - Der Amoklauf von Winnenden war Anlass für eine bundesweit einmalige Aktion des KVR. Unzählige Münchner Waffenbesitzer geben ihre Gewehre und Pistolen nun ab - oft sogar freiwillig.

Bislang sammelte die Behörde 9573 Waffen ein. Am 12. März 2009 hatte im württembergischen Winnenden der 17-jährige Tim K. mit der Pistole seines Vaters 15 Menschen und sich selbst erschossen und elf Personen verletzt. Sein Vater ist Sportschütze und hatte 15 Waffen besessen.

Das KVR schrieb im April 2009 alle 18 000 registrierten Waffenbesitzer in München mit der Aufforderung an, die vorschriftsgemäße Aufbewahrung der Waffen nachzuweisen. Sie müssen in aufbruchsicheren Schränken verwahrt werden.

Gleichzeitig wurde an die Waffenbesitzer appelliert, ihre Gewehre und Pistolen freiwillig abzugeben, was die Inhaber von 9573 Waffen auch taten. KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle: „Die Waffenbesitzer haben durch die freiwillige Abgabe Verantwortungsbewusstsein gezeigt und zur Verminderung des Sicherheitsrisikos beigetragen.“

Eine eigens eingesetzte sechsköpfige Arbeitsgruppe des KVR überprüft jetzt die Dokumentationen der verbliebenen Waffenbesitzer, die die ordnungsgemäße Aufbewahrung mit Fotos, Kaufbelegen und Gutachten nachweisen müssen. Über 14 000 Waffenbesitzer wurden bereits überprüft, die verbleibenden 3800 sollen bis Jahresende folgen. In 180 Fällen hat das KVR die waffenrechtliche Erlaubnis zurückgezogen, weil die Nachweise nicht eingereicht wurden.

Zusätzlich überprüfen seit Mitte 2010 zwei Inspektoren die Waffenlagerung vor Ort, und zwar unangemeldet, was über die Vorschriften des Bayerischen Innenministeriums hinausgeht. Sie kontrollieren vor allem die Waffenbesitzer, die auf die KVR-Schreiben nicht reagiert haben.

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