Sicherheitsprobleme

Konzert-Aus für die Reitanlage in Riem

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Der Auftritt von Unheilig muss auf das benachbarte Messegelände verlegt werden

München - Die Stadt sieht Sicherheitsprobleme bei Konzerten im Reitstadion. Der Auftritt von Unheilig muss auf das benachbarte Messegelände verlegt werden.

Das Reitstadion in Riem, unweit der Autobahn A 94, hatte sich - neben dem Olympiapark - zur zweiten großen Anlaufstelle für Pop-Größen in München entwickelt. Pink war schon da, Coldplay, Linkin Park, Jack Johnson oder Nelly Furtado. Bis zu 30 000 Fans pilgerten hinaus in den Osten der Stadt, um auf der olympischen Reitanlage von 1972 Spaß zu haben. Am 8. September hätte Unheilig hier gastieren sollen. Doch daraus wird nichts. Die Stadt hat Sicherheitsbedenken angemeldet. Das Konzert wird auf das Messegelände Riem verlegt. Das berichtet der Münchner Merkur.

Die Stadt äugt seit geraumer Zeit auf das, was in Riem passiert. „Die Lokalbaukommission wartet schon seit 2008 auf Konzepte zur Anpassung an die Versammlungsstättenverordnung“, sagt deren Chef, Cornelius Mager. Der jetzige Zustand der Anlage sei nicht mehr genehmigt. Abschnittsbildung auf den Besucherrängen oder Einzelsitze - all dies gebe es nicht in Riem. Alarmiert wurde die Stadt zudem durch das Konzert der Pop-Ikone Pink im Jahr 2010. Rund 30.000 Fans hatten da nach dem Ende des Auftritts für erhebliche Sicherheitsprobleme gesorgt. Sie drängten über den beschrankten Bahnübergang der Graf-Lehndorff-Straße in Richtung S-Bahn-Haltestelle Riem oder sprangen dafür sogar auf offener Strecke über die Gleise. „Für die Sicherheitskräfte war das nicht mehr zu bewältigen“, sagte LBK-Chef Mager. Deshalb habe die Behörde nun eine Nutzungsuntersagung angedroht.

Bei der Olympia-Reitanlagen GmbH, die das insgesamt 27 Hektar große Gelände vom Freistaat gepachtet hat, ist man ein bisschen ratlos. „Es zeichnet sich erstmal keine Lösung ab“, erklärte Geschäftsführerin Gabriele Falter gegenüber dem Münchner Merkur. Die Einnahmen aus den ein bis zwei Konzerten pro Jahr hätten der Gesellschaft geholfen, die Anlage weiter in Schuss zu halten. Aber auch so gehe die Bedeutung des Reitstadions nicht unter. „Wir machen nicht dicht“, sagte Falter. Dort, wo 1972, die Springreiter ihre Wettbewerbe ausgetragen hätten, gebe es auch weiterhin Pferdesportveranstaltungen. Bei denen, so räumte LBK-Chef Mager ein, keine Sicherheitsprobleme wie bei großen Pop-Konzerten zu erwarten seien.

Die 15 000 Besucher, die zum Konzert von Unheilig ins Reitstadion kommen wollten, müssen nun auf das Messegelände ausweichen, um dort die Sangeskünste des Grafen zu erleben. Die Anwohner der Reitanlage werden wohl dankbar sein. Sie hatten sich schon früher über den Lärm beschwert und darüber, dass Konzertbesucher die Umgebung mit Autos zugeparkt hätten.

Matthias Kristlbauer

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