Tonhalle

Konzert-Kritik: Satriani, Vai & Morse in München

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3 G(urus): Satriani, Vai, Morse (v. l.)

München - Die US-Meistergitarristen Joe Satriani, Steve Vai und Steve Morse ließen in der Tonhalle die Saiten qualmen. Die tz war dabei. Lesen Sie hier die Konzertkritik:

Die Stromgitarren-Gemeinde ist gespalten. Auf der einen Seite des Kirchenschiffs die Feeling-Puristen, für die nichts über Clapton und Gilmour geht, drüben die Technik-Fetischisten, die Eddie Van Halen und eben Joe Satriani in ihr Nachtgebet einschließen. In der Tonhalle dominierte am Montag letztere Fraktion. Mit Steve Vai und Steve Morse hatte Meister Satriani für sein G3-Happening zwei US-Kollegen dabei, die trotz aller Monstertechnik unterschiedlicher kaum sein könnten.

Dauergrinser Morse, hauptberuflich bei Deep Purple angestellt, lässt die Saiten nur selten zum Selbstzweck qualmen; Melodien und Songstrukturen sind dem Fusion-Pionier wichtiger als reines, pardon, Griffbrettgewichse. Bei Steve Vai ist das anders. Klar kann der Mann ALLES, wahrscheinlich sogar immer noch schneller als der Rest der Welt. Aber Songs? Seele? Bis auf "Tender Surrender" und "For the Love of God" ist da nicht viel zu spüren. Im Gegensatz dazu Satriani. Der alterslose Glatzkopf, angeblich schon 56, kanalisiert seine Kunst in waghalsige, aber niemals angeberische Songs, die hängen bleiben. Höhepunkte: die grandiose Version seines "Satch-Boogie" und natürlich "Surfing with the Alien", der andere Klassiker des gleichnamigen Albums von 1987. Nach drei Stunden Einzeldarbietung kredenzten die drei Guitar-Heroes zum Grande Finale "You really got me", "White Room" und "Rockin in the free World". Ein Brückenschlag ins Glück. Ray Davies, Eric Clapton und Neil Young wussten halt auch, wie’s geht.

Ludwig Krammer

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