Konzertkritik

Seeed in der Oly: Dicke Beats im feinen Zwirn

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Seeed bieten eine solide Show in der Olympiahalle.

Die Dancehall Caballeros reiten wieder – jetzt besuchten sie die Olympiahalle. Seeed im großen weiten Rund: Kann das funktionieren? Es kann! Die Konzertkritik:

Schon beim Opener Dancehall Caballeros hatten die Berliner Jungs das Münchner Publikum voll und ganz auf ihrer Seite. Aus den Lautsprechern dröhnten seeed-typisch dicke Beats und laute Bässe. Auf der Bühne rockten Pierre Baigorry (aka Peter Fox), Frank Dellé (Dellé) und Demba Nabé (Boundzound) im feinen Zwirn über die schlicht in hellem Holz gehaltene Bühne. Hinter ihnen hatten die drei Seeed-Sänger ihre Band stufenförmig versammelt.

Dass sich die Berliner Reggae-Combo seit ihrer Gründung 1998 verändert hat, wurde deutlich, wenn man neue Hits wie Molotov, Beautiful und Augenbling mit den Klassikern vergleicht: Früher war alles etwas rootslastiger, beschwingter und ehrlicher. Heute ist es schneller, rockiger und teils ­poppiger. Am schönsten klangen Dancehall Caballeros, Dickes B und Walk Upright – Perlen der ersten Platte New Dubby Conquerors. Interessanterweise landete diese Scheibe aber nur auf Platz 17 der deutschen Charts, ihr neuestes Stück Seeed hingegen auf Rang eins.

Peter Fox: "Baut keine Scheiße"

Die Schaffenspause hat Seeeds Popularität keinen Abbruch getan, die Show war solide – und Peter Fox hat bewiesen, dass man sogar im Nadelstreifenanzug cool aussehen kann. Auch deshalb gebührt ihm der letzte Satz: „Trinkt nicht zu viel Weißbier. Baut keine Scheiße, Leute, bis zum nächsten Mal“, sprach er und sattelte die Pferde.

Mathias Müller

 

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