Kosmetik aus unserer Stadt boomt

Ihre Aufgabe ist: München schön machen

Nina Skarabela mit einigen ihrer veganen Nagellacke.

München ist auch in Sachen Kosmetik top: Das beweisen diese drei jungen Unternehmerinnen aus unserer Stadt. Sie setzen größtenteils auf Naturprodukte.

München - Ein allgemeiner Trend, sagt auch Thomas Keiser vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Naturkosmetik mache mittlerweile einen Anteil von neun Prozent des ganzen Marktes aus und sei alleine vergangenes Jahr um zehn Prozent gewachsen. Besser regional: Immer mehr Kunden achten auch darauf, woher ihre Produkte kommen. Die tz stellt drei junge Firmen aus unserer Stadt vor: 

Pads für eine straffe Haut

Verena Jäger mit ihren Gesichts-Pads und einem Kosmetik-Schwamm aus Silikon.

Über Nacht schön: Die Erdingerin Verena Jäger (30) versucht eines der ältesten Versprechen der Schönheitsindustrie zu erfüllen. Aber nicht mit der üblichen „Cremerei“, wie sie sagt. Sondern mit Klebe-Pads, die die Haut im Schlaf entspannen sollen (100 Stück fürs Gesicht kosten 19,90 Euro, www.apricot-shop.com). Die Pads klebt der Kunde nach einer kurzen, eigenhändigen Massage über Nacht auf. „Die Haut kann dann glatt gebügelt um die acht Stunden ruhen“, sagt Jäger. Vor zweieinhalb Jahren gründete sie ihre Firma „apricot GmbH“. Bei einem USA-Urlaub hatte sie aufklebbare Silikon-Pads gegen Dekolleté-Fältchen entdeckt. Und kam auf die Idee, ein ähnliches Produkt hier auf den Markt zu bringen (das Dekolleté-Pad kostet 34,90 Euro). Ein prominenter Fan: TV-Sternchen Daniela Katzenberger.

„Sexy und provokant“

Sie will uns nackt! Die gebürtige Waldtruderingerin Aline Werr (43) ist selbst ein „Waldorfkind“, wie sie sagt. Und deswegen wollte sie eine Naturkosmetiklinie schaffen – mit rein natürlichen Inhalten und ohne Tierversuche hergestellt. Trotzdem sollte die Kosmetik „sexy und provokant“ sein. Und weil das so gut zu den reinen Inhaltsstoffen passt, nannte Werr ihre Marke „i want you naked“.

Firmengründerin Aline Werr.

Zusammen mit ihrem Mann Jörg (43) stellt sie etwa Aroma-Bäder (35 Euro), Körper-Peelings (44 Euro), Handcreme (22 Euro) oder Seifen (18 Euro) her (www.saint-clouds.com, in München z.B. bei Oberpollinger oder „Organic Luxury“). Letztere können auch zum Duschen verwendet werden. Alle Produkte sind handgemacht – im Münchner Osten. „Mit einer Maschine lässt sich diese Qualität nicht herstellen.“ Und so kommen in eins der Bäder zum Beispiel selbst gepflückte Birken-Blüten aus dem Garten des Ehepaars.

Veganer Lack aus Obermenzing

Natalie, Dorothee oder Silja heißen die Schätze von Nina Skarabela (38). Sie sind farbenfroh und gut verstreichbar. Denn alle drei sind Nagellacke, benannt nach Freundinnen der Obermenzingerin. Nina Skarabela stellt seit Oktober 2015 ihre eigenen Lacke (je 14,90 Euro) unter dem Label „OZN“ her.

Nina Skarabela mit einigen ihrer veganen Nagellacke.

Das Besondere an den Nagellacken: Sie sind vegan, haben also keine tierischen Inhaltsstoffe. Zum Beispiel ist das Karmin, das für die rote Farbe im Lack sorgt, nicht aus roten Schildläusen hergestellt, sondern wird synthetisch gewonnen. Wenn Nina Skarabela über dieses Thema spricht, betont sie aber auch: Vegan bedeute nicht immer gleich besser. Denn alles Tierische müsse durch synthetische Inhaltsstoffe ersetzt werden – und die können vom Körper oft schlechter abgebaut werden. „Das Besondere an meinen Lacken ist auch, dass sie so ungiftig und schadstoffarm wie möglich sind.“

Neurodermitiker vertragen ihre Nagellacke zum Beispiel besonders gut, erzählt die Mama einer 9-jährigen Tochter. Alle Inhaltsstoffe kommen aus Deutschland. Zusammen mit einem Geschäftspartner nahe Bielefeld hat Skarabela die Firma aufgebaut. Er stellt die Lacke her und kümmert sich umd die Logistik. Sie ist unter anderem für die Markenbildung, die Kommunikation in den Sozialen Netzwerken und das Design zuständig.

Da kommt die Münchnerin vom Fach, sie hat Grafikdesign studiert. In München gibt es ihre Lacke zum Beispiel im „Bean Store“, „tobs – the organic beauty store“ oder „Ruffini’s Store“ zu kaufen (oder online unter www.ozn-vegan.de). Die Trendfarbe für nächstes Jahr: grün in den unterschiedlichsten Nuancen. Eher zu den Klassikern zählt der Lack, der nach der Firmengründerin benannt ist: „Nina“ ist ein zurückhaltendes, dunkles Rosa.

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