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Immobilien-Wahnsinn in München: Quadratmeterpreis bei 15.000 Euro - Studie zeigt erschreckende Preisexplosion

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Von: Martina Williams

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Totalansicht von großem Altbauhaus im GLockenbachviertel
Teures Vergnügen: Immobilien sind für Normalverdiener in München quasi unbezahlbar geworden. © imago classic

Der Immobilienwahnsinn in München geht weiter: Wer eine Wohnung kaufen möchte, muss schon mal 15.000 Euro pro Quadratmeter zahlen – Investoren verdienen viel Geld.

München – München ist ein teures Pflaster. Wie sehr die Preise etwa für Eigentumswohnungen in den vergangenen zehn Jahren gestiegen sind, zeigt eine Analyse des IVD-Instituts.

Bogenhausen, Haidhausen, Lehel – hier kosten Eigentumswohnungen besonders viel. Doch auch vermeintlich günstigere Quartiere wie Milbertshofen oder Feldmoching legen zu. Das Münchner IVD-Institut hat in einem Zehn-Jahres-Vergleich die Kosten vom Frühjahr 2012 jenen des Frühjahrs 2022 gegenübergestellt: Dieser zeigt den Preissprung in den Vierteln.

Anstieg der Münchner Immobilienpreise pro Stadtteil in 10 Jahren

Tabelle mit dem Anstieg der Immobilienpreise in München pro Stadtteil 2012-2022
Unter 100 Prozent stiegen die Preise nur in Harlaching und Solln. © IVD-Institut

Wohnung als Eigentum: 15.000 Euro für einen Quadratmeter in München

Lag der Quadratmeterpreis in der Isarvorstadt beispielsweise 2012 bei 5500 Euro, beträgt er heute 15.000 Euro – das ist ein Anstieg von fast 200 Prozent! „Ungeachtet der kontinuierlich steigenden Preise bleibt die Nachfrage auch im Frühjahr 2022 ungebrochen hoch“, sagt Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts bei der Vorstellung des neuen Berichts für Kaufobjekte im Frühjahr 2022.

Was rät der Experte Münchnern, die sich jetzt eine Wohnung oder ein Haus kaufen wollen? „Grundsätzlich sollte man bedenken, dass der Immobilienmarkt preislich weitestgehend im Zenit steht“, sagt Kippes. „Insofern sollte man nicht um jeden Preis kaufen, bloß weil die Zinsen etwas angezogen haben oder weil man Geld anlegen möchte, da die Bank mit Strafzins droht – sondern zur Not warten.“

Auch Bauen wird teurer: Kosten für Einfamilienhäuser steigen mehr als 300 Prozent in 10 Jahren

Weitere Fakten aus dem neuen IVD-Bericht zu Kaufobjekten: Die Preisspirale dreht sich in München weiter. Doch die Anstiege am Immobilienmarkt sind gedämpfter. Im Frühjahr lag die Teuerung bei plus 4,7 Prozent, im Herbst 2021 waren es noch plus 8,7 Prozent.

Im Zehn-Jahres-Vergleich sind auch die Baugrundpreise für frei stehende Einfamilienhäuser stark gestiegen – um plus 310 Prozent. Die Zahl der zum Bau freigegebenen Wohnungen ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um voraussichtlich minus 24 Prozent rückläufig. Baugenehmigungen 2021: 7760 (vorläufige Berechnung).

Kosten steigen in München viel schneller als Einkommen

Im März lag die Inflation bei 7,3 Prozent. Dadurch stieg der Quadratmeterpreis in München auf im Schnitt, 9500 Euro. Inflationsbereinigt liegt der Preis „nur“ noch bei 7950 Euro. Das durchschnittliche Einkommen legte in München zwischen 1995 und 2021 um plus 77 Prozent zu. Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser stiegen dagegen um 249 Prozent. Eine neue Bestmarke gibt es bei den Immobilienumsätzen: Das bayernweite Umsatzvolumen lag 2021 bei 72 Milliarden Euro.

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