Kosten-Schock! Verbietet EU die Oly-Zuschüsse?

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Statt der geplanten 80 Millionen Euro muss die Stadt in den nächsten fünf Jahren wohl über 140 Millionen in den Olympiapark stecken.

München - Ein schönes, aber teures Erbe der Spiele von 1972: Statt der geplanten 80 Millionen Euro muss die Stadt in den nächsten fünf Jahren wohl über 140 Millionen in den Olympiapark stecken.

 Den Subventionen könnten die Wettbewerbshüter der EU aber bald einen Riegel vorschieben. Die Stadtverwaltung ist alarmiert und sucht ein Schlupfloch. Schließlich muss der Olympiapark bestehen bleiben! Während der Erhalt immer teurer wird, senkt die EU nämlich die Zuschuss-Grenze: Subventionen müssen nicht mehr ab einer Höhe von 30 Millionen Euro pro Jahr an die EU gemeldet werden, sondern bereits ab 15 Millionen Euro.

Die Kommission prüft die Subvention und genehmigt sie nur in Ausnahmefällen – etwa bei sozialen oder kulturellen Projekten, die ein privater Unternehmer nicht finanzieren würde. „Welche Konsequenzen das für den Olympiapark hat, wissen wir noch nicht genau“, sagt Wolfgang Nickl vom Wirtschaftsreferat. Eine schwierige, zuweilen absurde Situation: Denn die Olympiapark-Gesellschaft konkurriert mit privaten Konzertanbietern, die nächste Woche auch gern Star-Geiger David Garrett zu Gast hätten. Dabei kann das städtische Unternehmen gar nicht pleite gehen, weil sich die Stadt verpflichtet hat, die Defizite mit Steuergeldern zu begleichen.

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Und dass es die gibt, bestätigt der Wirtschaftsreferent. Die neue Kleine Olympiahalle für 31 Millionen Euro etwa konnte im letzten Halbjahr nur mit vier Konzerten aufwarten… Zudem geht der wesentliche Teil der Zuschüsse in den Denkmalschutz, wofür sich garantiert keine privaten Unternehmer finden. Hätte die Stadt nach den Sommerspielen die Gesellschaft nicht ausgelagert, sondern in der Verwaltung belassen, würde die EU jetzt nicht einen Gedanken an den Olympiapark verschwenden. Wirtschaftsreferat und Stadtkämmerei suchen deshalb einen Ausweg. Eine Möglichkeit: Konzerte und Denkmalschutz könnten organisatorisch getrennt werden.

David Costanzo

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