Münchner betrieb florierenden Handel

Kräutermischungen bereiten Ermittlern Sorgen: „Gefährliches Teufelszeug“

Staatsanwaltschaft warnt vor Kräutermischungen – Münchner betrieb florierenden Handel für Drogencocktails. 

München - Sie klingen harmlos, können aber tödlich sein: Seit ein paar Jahren kaufen vornehmlich junge Leute sogenannte Kräutermischungen, vor allem in Onlineshops. Dem Rauschgiftdezernat der Polizei und der Staatsanwaltschaft bereitet diese Entwicklung große Sorgen. „Das ist gefährliches Teufelszeug“, sagte Oberstaatsanwältin Susanne Wosylus am Donnerstag. „Das ist wesentlich gefährlicher als Marihuana, es ist eher vergleichbar mit Chrystal Meth.“ Problematisch sei, dass die bunten Päckchen mit dem gefährlichen Inhalt hauptsächlich per Internet bestellt werden und so praktisch jeder an die Rauschmittel komme. „Das macht den Zugang schwierig“, so Wosylus.

Vor einigen Monaten hob das Rauschgiftdezernat allerdings einen Internet-Anbieter aus, der von München aus einen florierenden Handel betrieb. Etwa 900 Bestellungen waren über die Internetseite eingegangen, 1,3 Kilogramm Kräutermischungen fanden die Ermittler bei dem Münchner. Der Betreiber der Seite wird in den kommenden Tagen die Anklage der Staatsanwaltschaft im Briefkasten finden.

Die Oberstaatsanwältin warnt eindringlich vor den Kräutermischungen: Die Wirkung sei unberechenbar, da der pflanzliche Träger mit einer Chemikalie besprüht werde, die in dem Packerl nach unten bröseln. So sei gerade der Rest der Kräutermischung extrem gefährlich.

Ein großes Problem für Polizei und Staatsanwaltschaft ist, dass sofort neue, etwas veränderte Zusammensetzungen auf den Markt kommen, sobald ein Stoff verboten wird. So sind Mischungen im Umlauf, deren Wirkung nicht einzuschätzen sei, die aber in dem Moment noch unter kein Gesetz fielen. „Wir laufen da den Entwicklungen der Chemiker hinterher“, so Oberstaatsanwältin Wosylus. Ein Hase- und Igel-Spiel ohne Gewinner.

Im April starb ein Manager (45) an einer Kräutermischung.

Rubriklistenbild: © dpa

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