Krankenkassen um Millionen betrogen: Knast für Arzt

München - Ein niedergelassener Arzt ist vom Münchner Landgericht wegen Betrugs an Krankenkassen mit einem siebenstelligen Gesamtschaden zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Der 60-Jährige Mediziner mit den fachlichen Schwerpunkten Bioenergetische Medizin und Biophysikalische Diagnostik hatte von 2000 bis 2005 bei seinen Privatpatienten die Bioresonanztherapie angewendet. Diese Methode zählt laut Urteil nicht zum Spektrum der wissenschaftlichen Medizin, die Kosten werden von den Krankenversicherungen nicht übernommen. Der Angeklagte hat deshalb laut Urteil die Therapie als Akupunktur, Infiltration und Symptomuntersuchung abgerechnet.

Die für die Abrechnung zuständigen Mitarbeiter der Krankenversicherungen hätten an die Korrektheit der von den Patienten arglos eingereichten Rechnungen geglaubt, so die Urteilsbegründung. Deshalb seien die Rechnungsbeträge ausgezahlt worden. Betroffen waren 51 Krankenkassen und 13 Beihilfestellen.

Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt eingeräumt, auf die Rechnungen die Analognummern der Gebührenordnung für Ärzte eingetragen zu haben. Ein beigefügter grüner Zettel habe aber auf die tatsächlich vorgenommene Bioresonanztherapie hingewiesen. Sein Verfahren war von Privatdetektiven ins Rollen gebracht worden, die misstrauisch gewordene Kassen auf ihn angesetzt hatten.

lby

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