Pferd zu spät eingeschläfert: Verfahren eingestellt

München - Eine Tierliebhaberin soll ihr krankes Pferd zu spät eingeschläfert haben. Deshalb wurde gegen die Frau Anklage erhoben. Doch das Amtsgericht stellte das Verfahren nun ein.

Das Verfahren um die mutmaßliche Tierquälerei an einem Pferd ist wegen geringer Schuld gegen Geldauflagen von 250 und 500 Euro eingestellt worden. Laut einem Sachverständigen hatten eine 42-jährige Pferdebesitzerin und ein 53 Jahre alter Tierarzt ein schwer an Arthrose leidendes Pferd mindestens ein Jahr zu spät von seinen Qualen erlöst. Kritische Fragen an den Experten hätten jedoch Zweifel geweckt, ob “Alkatras“ tatsächlich so lange gelitten habe, sagte die Münchner Amtsrichterin am Mittwoch.

Beide Angeklagte hatten eingeräumt, dass der Hengst seit 2008 Arthrose hatte. “Alkatras“ habe aber auf die Schmerzbehandlung gut angesprochen und sei auf der Koppel “guter Dinge gewesen“. Ein Zeuge bestätigte diese Darstellung. Die Besitzerin sagte, sie habe das Turnierpferd 22 Jahre lang geritten und habe beurteilen können, ob es leidet. “Alkatras“ habe international Pokale geholt. “Ich habe es als Gebot des Respekts gesehen, ihn nicht wegen einer Arthrose zu entsorgen“. Ohne “handfeste Gründe“ dürfe er ein Tier laut Gesetz gar nicht töten, sagte der Tierarzt.

Im März 2010 hatte die 42-Jährige dann bemerkt, dass der Hengst nach einer Gewebsentzündung Fieber bekam und die rechte Hinterhand niederzubrechen drohte. Der Tierarzt war krank und schickte eine Assistentin, die dem Tier noch einmal Schmerzmittel gab. Der Veterinärmediziner kam erst nach einer Woche und erlöste das Pferd. “Das ist einfach unglücklich gelaufen“, kommentierte die Verteidigung.

dpa

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