IS-Konflikt hält auch unsere Stadt in Atem

Krieg in Syrien - Randale in München

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Am Samstag demonstrierten rund 300 Kurden für die PKK.

München - Der Krieg in Syrien, die Kämpfe an der türkischen Grenze: Jetzt ist der Konflikt auch in München angekommen.

Ihre Brutalität ist kaum zu beschreiben: Sie töten alles, was sich ihnen in den Weg stellt, sogar Frauen und Kinder. Die Terroristen des IS haben ganz Syrien in Schutt und Asche gelegt. Seit Wochen diskutiert die Welt nun darüber, wie man diese mordenden Fanatiker stoppen kann. Ein Pulverfass, denn die Türken sind wiederum auf die Kurden schlecht zu sprechen.

Der Kampf um ein Volk – er ist nun auch in München angekommen: Am Wochenende sind bei Demos Kurden und Türken aufeinander los gegangen.

 Etwa 300 Kurden zogen am Samstag durch die Innenstadt, um gegen die Massaker der Terrormiliz IS in ihrer Heimat zu demonstrieren. Die Folge: Am Rande der Demonstration gab es Schlägereien mit nationalistisch gesinnten Türken – und die Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke musste kurz in Polizeigewahrsam.

Was war passiert? Die Politikerin der Linken hatte auf der Demo eine Rede gehalten und sich für eine Legalisierung der kurdischen Arbeiterpartei PKK ausgesprochen. Diese sei zwar seit 20 Jahren in Deutschland verboten, nun denke die Bundesregierung aber darüber nach, Waffen an die Kämpfer der PKK zu liefern – damit zumindest irgendjemand den IS-Terroristen Einhalt gebietet.

Am Sonntag starteten die Türken eine Gegen-Demo

„Das passt doch nicht zusammen“, sagte Nicole Gohlke gegenüber der tz. „Daher habe ich in meiner Ansprache auf diesen Irrsinn hingewiesen und zudem die Fahne der PKK hochgehoben.“ Eine Aktion, auf die die Polizisten (hunderte waren im Einsatz) reagieren mussten: Sie nahmen Gohlke sofort die Flagge weg und stellten die Personalien der Politikerin fest. Ob die Staatsanwaltschaft nun ein Ermittlungsverfahren gegen die Linke einleitet, ist noch unklar. „Das wäre spannend“, sagt Nicole Gohlke. Dann müsste auch ihre Immunität als Bundestagsabgeordnete aufgehoben werden. Erst vor drei Wochen wurde der Münchner Linke-Stadtrat Cetin Oraner nach einer Rangelei mit einem Polizisten bei einer ähnlichen Demo kurzzeitig festgenommen.

Am Sonntag demonstrierten dann rund 300 Türken gegen das Vorhaben der Bundesregierung, die PKK zu stärken. „Mit „Keine Waffen für Terroristen“-Rufen zogen sie über die Sonnenstraße vom Sendlinger Tor bis zum Hauptbahnhof. Immerhin kam es hierbei zu keinen Randalen mit Kurden.

Zur Erklärung: Deren Landsleute kämpfen nur wenige hundert Meter von der türkischen Grenze entfernt gegen die IS-Fanatiker, die in der Überzahl sind. Tausende verloren dabei schon ihr Leben.

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