Kriegt Braunbär Bruno bald ein neues Schloss?

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Ein Star des Museums Mensch und Natur: der Braunbär Bruno – bekommt er demnächst mehr Platz?

München -  Der Nordflügel des Nymphenburger Schlosses birgt ungeahnte Schätze. Nur zeigen kann sie das Museum Mensch und Natur nicht. Bekommt der abgeschossene Braunbär Bruno bald ein neues Schloss?

Drei Exemplare des Urvogels Archaeopteryx, über zehn Millionen Schmetterlinge und ungezählte, in Alkohol präparierte Reptilien: Das Depot des Naturkunde-Museums Mensch und Natur im Nordflügel des Nymphenburger Schlosses birgt ungeahnte Schätze. Nur zeigen kann sie das Museum nicht. Sehr zum Bedauern von Gerhard Haszprunar, dem Generaldirektor der Naturwissenschaftlichen Sammlungen. Aber das soll sich ändern: Ein prominent besetzter Förderverein will das Museum ausbauen. Damit bekäme neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten auch der 2006 abgeschossene Braunbär Bruno quasi ein neues Schloss!

Vereinsvorsitzende ist Auguste Prinzessin zur Lippe, älteste Tochter des „Bierprinzen“ Luitpold; der Unternehmer Randolf Rodenstock hat die Stellvertreterposition inne, und auch Wissenschaftsminiser Wolfgang Heubisch hat Unterstützung zugesagt. Ihr Ziel ist es, Mittel für einen Architektenwett­bewerb einzutreiben und eine „klaffende Lücke in Bayerns Museumslandschaft“ zu schließen.

Eine Grobplanung, die Haszprunar schon vor Jahren vorgelegt hat, sieht einen Anbau nördlich des Museums vor – dort, wo die Mikrobiologen der LMU ihren Sitz hatten. Die Gebäude stehen leer. Kosten des Um- und Ausbaus: rund 70 Millionen Euro. Haszprunar hofft damit auf ein Museum von Weltrang – und Experten gehen davon aus, dass es dann rund 400 000 Besucher im Jahr anziehen könnte – bisher sind es 50 000. Alle rund 30 Millionen Objekte des Museums könnten dann zwar auch noch nicht gezeigt werden, aber die geplante Präsentation wäre auf jeden Fall spektakulär. Im Atrium würde das Skelett des 27 Meter langen Sauriers Diplodocus stehen … Noch fehlt aber – trotz der Sponsoren – viel Geld. Immerhin: Die Chancen stehen wohl gut, dass das Projekt in den neuen staatlichen Kulturplan aufgenommen wird.

DW

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