Krippenplatz-Panik: So ist die Lage in München

+
Endlich hat sie zwei Krippenplätze gefunden: Jutta E. (38) und ihre Zwillinge ­Oskar (li.) und Karl ­haben eine Zeit des Hoffens und Bangens ­durchlitten.

München - Bewerbungsmarathon, Absagen und dann läuft auch schon das Elterngeld aus! In München einen Krippenplatz zu finden ist hart! Eine betroffene Mutter erzählt in der tz.

Eigentlich sollten Kinder das Schönste im Leben sein. Sie bringen uns zum Lachen, sie sind unsere Zukunft – und sie zahlen einmal unsere Rente. Die Münchner Mutter Jutta E. (38) aber muss sagen: „Seit ich Kinder habe, wurde ich so oft frustriert.“ Angeblafft in der Tram, Angst um den Job und vor allem alleingelassen mit der Kinderbetreuung, so fühlt sich die Neuhauserin. Als Mutter der Zwillinge Oskar und Karl hat sie die Münchner Krippenplatzprobleme hoch zwei!

Die Juristin ist im dritten Monat schwanger, als sie vor zwei Jahren mit dem Bewerbungsmarathon durch die Münchner Kinderkrippen beginnt, die alle Eltern fürchten. Rund drei Dutzend Häuser klappern sie und ihr Lebensgefährte Philipp (34) ab: „Wir haben den Umkreis extra groß gezogen.“ Zwischen Schwabing und Laim lernen sie alle Häuser kennen.

"Unser München": Münchner Stadtteile im Porträt

"Unser München": Münchner Stadtteile im Porträt

Ein dreiviertel Jahr geht das so. Dann kommen im Januar 2011 die Zwillinge zur Welt! Mit diesem Glück schleicht sich auch die Unsicherheit ins Leben der jungen Familie. „Das Elterngeld wird nur für 12 bis 14 Monate gezahlt, danach hätte das eine Gehalt meines Lebensgefährten nicht gereicht“, berichtet Jutta E. Teure Wohnung, teure Lebenshaltung – das geht das den meisten so. Die Uhr tickt.

Im März der Schock: Die Absagen trudeln ein! Dabei hatten die Eltern Oskar und Karl schon zum September angemeldet, da wären die Zwillinge erst neun Monate alt. Eigentlich wollte das die Familie nicht so früh, aber zum September wechseln die großen Krippenkinder in die Kita, dann werden viele Plätze frei. So ist das in der Großstadt.

Im Sommer erreicht die Angst ihren Höhepunkt: Das Ende des Elternzeit ist in Sicht – aber kein Krippenplatz. „Ich dachte, mein Job geht flöten, und dann kommt da eine Ratlosigkeit dazu, weil man nichts planen kann“, sagt Jutta E. Sie schreibt sogar dem OB.

In der Zeitung liest sie von einer Elterninitiative, die eine Immobilie sucht. Sie meldet sich sofort und arbeitet mit. Zum Januar bekommt sie die ersehnten beiden Plätze! Die Familie schlägt zu – trotz der Kosten von 230 Euro plus Essen pro Kind.

Diesen März flattert wieder Post der Stadt ein: Auf einmal gibt es im Juni zwei Plätze am Ackermannbogen – die dank Geschwisterbonus nur die Hälfte kosten. Nach zwei Jahren Warten.

David Costanzo

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Technische Störung auf der östlichen S7
S-Bahn: Technische Störung auf der östlichen S7
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Nach Liebesspiel in der U-Bahn: Das sagt ein MVG-Mitarbeiter
Nach Liebesspiel in der U-Bahn: Das sagt ein MVG-Mitarbeiter

Kommentare