CSU OB-Kandidatin 

Kristina 2.0: Kommunalreferentin  inszeniert sich gerne als moderne Amtschefin

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Kampagnen zur Abfallvermeidung sind für Kristina Frank wichtig, um das Bewusstsein zu schärfen.

Sie posiert auf Blühwiesen, sammelt Müll an der Isar, macht Pop-up-Yoga auf Dachterrassen, eröffnet Feste auf dem Viktualienmarkt oder überrascht ihre Mitarbeiter mit Video-Botschaften: Kommunalreferentin Kristina Frank ist ein omnipräsentes Wesen.

Seit einem Jahr leitet sie die städtische Behörde – und dass Frank ihr Tun so öffentlichkeitswirksam inszeniert, hat vermutlich weniger mit ihrer neuen Position zu tun, als vielmehr mit dem Umstand, dass sie ja auch als OB-Kandidatin der CSU im Rennen ist.

Frank jedenfalls sah nach einem Jahr als Amtschefin die Zeit für eine Zwischenbilanz gekommen. Und sie nimmt durchaus für sich in Anspruch, eine eher verkrustete Behörde seitdem modernisiert zu haben. „Zuvor gab es das Kommunalreferat, jetzt gibt es das Kommunalreferat 2.0“, sagte sie am Donnerstag bei einem Pressetermin. Ein Seitenhieb auf Amtsvorgänger Axel Markwardt (SPD), unter dessen Ägide laut Frank auch „viele unbearbeitete Anträge des Stadtrats liegen geblieben sind“, wie sie „mit Entsetzen“ habe feststellen müssen. Zur Erklärung: 2.0 bedeutet in der digitalen Welt so viel wie verbesserte, zeitgemäße Strukturen.

Dazu zählt Frank intern zum Beispiel eine neue Kommunikationsstrategie oder extern die Öffnung von Dächern städtischer Gebäude. Neu sind auch zwei „digitale Wochenmärkte“, die nächstes Jahr am Rotkreuzplatz und auf der Schwanthalerhöhe getestet werden. Die Idee: Kunden, die tagsüber keine Zeit haben, können online Ware bestellen und sich diese abends von Fahrrad-Kurieren liefern lassen. Ein Start-up kümmert sich im Auftrag der Stadt und der Händler um die Organisation des Dienstes.

Nicht mehr zeitgemäß findet Frank auch den Werbeslogan des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM): „Ihr Abfall – unsere Verantwortung.“ Mit dieser Botschaft werde den Menschen ein Stück weit das schlechte Gewissen genommen. Dabei sei es „in Zeiten von Fridays for Future“ geboten, das Bewusstsein zur Müllvermeidung zu schärfen. Ideen für einen neuen Slogan hat Frank noch nicht. Zudem stellt sich das Problem, dass der Schriftzug von den Fahrzeugen entfernt werden müsste. Dafür sind alle AWM-Lastwagen aus Sicherheitsgründen nun mit Abbiegeassistenten ausgestattet.

Als altbacken empfindet Frank die Bezeichnung Kommunalreferat, weshalb die Behörde umbenannt werden soll. Dies wird allerdings erst in der neuen Periode nach der Kommunalwahl 2020 geschehen. Weiterhin schweben der CSU-Politikerin eine lange Nacht des Waldes oder Patenschaften für Obstbäume auf Stadtgütern vor – auf Neudeutsch: „Rent an Appletree.“ Wer das nicht versteht, dem sei von Frank gesagt: „Im Prinzip handelt es sich um Urban Gardening 2.0.“ Aha. 

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