Erfolgsbilanz? Stadträte sind skeptisch 

Kritik am MVG-Rad: Nur 1,25 Fahrten pro Tag

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2015 startete die MVG mit ihrem Mietradsystem.

Der Ausbau des Mietradsystems der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat im Wirtschaftsausschuss für Kritik gesorgt. CSU-Stadtrat Alexander Reissl wies darauf hin, dass man über das Konzept und die Nutzungszahlen noch mal intensiv nachdenken solle.

„Wir können der Vorlage entnehmen, dass es im Juni mit 120 000 Fahrten die meisten Fahrten gab. Teilt man das durch 30 Tage, kommt man auf 4000 Fahrten am Tag. Wenn man annimmt, dass die MVG da schon 3200 Fahrräder hatte, ist jedes Rad 1,25-mal bewegt worden. Da kann ich die Euphorie nicht teilen.“

Wie berichtet, will die MVG 1200 Räder zusätzlich anschaffen und weitere 125 Stationen bauen – schwerpunktmäßig in den Gebieten am Stadtrand. Damit gäbe es 250 Stationen und 4400 Räder in der Stadt. Der Verleih ist allerdings defizitär. Seit 2015 hat die MVG bereits 2,3 Millionen Euro draufgezahlt. In der Sitzungsvorlage sehen die Verkehrsbetriebe allerdings die Zahl der Nutzer und der Leihen positiv. Reissl: „Ich halte das nicht für die Verkündung eines Erfolgs. Es sollte allen Beteiligten Anlass sein, darüber nachzudenken, wie man zu höheren Nutzungszahlen kommt.“

Laut Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP) müsste die MVG vor allem bei der Zuverlässigkeit nachbessern. „Wenn jedes zweite Mal was nicht funktioniert, ist das ein Problem.“ Es sei zutreffend, dass es immer mal wieder Probleme gäbe, sagte der Leiter Multimodale Mobilität der MVG, Sven Heinrici, im Ausschuss. Das sei auch der Grund, warum man Räder bereits umgerüstet habe. Die Zahlen seien dennoch positiv zu bewerten. „Wir haben viele Touristen dabei, die nur einmal das Rad leihen. Spitzenkunden fahren aber bis zu elfmal die Woche mit dem MVG-Rad.“ 

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