Droht Verkehrschaos in München?

Heftige Kritik an geplantem Streik im Nahverkehr

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Im Nahverkehr in München drohen Streiks - wann genau, ist noch unklar.

München - Heftige Kritik gibt es an dem geplanten Streik im Nahverkehr in München. Diese Woche drohen Einschränkungen bei U-Bahn, Bus und Tram. Die Aktion Münchner Fahrgäste meint: die Geduld ist erschöpft.

Tarifkonflikte am Verhandlungstisch zu lösen und nicht immer nur durch Streik – das fordert die Aktion Münchner Fahrgäste. Deren Sprecher Andreas Nagel kritisierte gestern scharf das Vorhaben der Gewerkschaft Verdi, in der kommenden Woche den Münchner Nahverkehr durch Streiks bei U-Bahn, Bus und Tram lahmzulegen.

Wie berichtet, waren die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr Anfang Juni abgebrochen worden. Die Arbeitgeber hatten unter anderem angeboten, die Löhne heuer um drei Prozent oder mindestens 90 Euro und im nächsten Jahr um 2,4 Prozent zu erhöhen. Verdi dagegen fordert für die 6500 Beschäftigten in Bayern eine Erhöhung der unteren Löhne um 120 Euro und eine weitere Steigerung um vier Prozent. Nach einem Warnstreik in Augsburg am vergangenen Freitag, soll nun in dieser Woche in München gestreikt werden.

Wann, ist noch unklar. „Ich kenne keine Branche in Deutschland, bei der so oft und so vehement gestreikt wird, wie beim Nahverkehr“, sagt Nagel. Bisher hätten die Fahrgäste gewerkschaftliche Forderungen mit viel Verständnis aufgenommen. Inzwischen aber sei ein kritischer Punkt erreicht. „Die Tarifauseinandersetzung auf Kosten Dritter wird zunehmend kritischer gesehen.“ Zumal es kaum Arbeitsplätze gäbe, die so sicher seien wie bei den Verkehrsunternehmen. Besonders ärgerlich sei, die Fahrgäste über Beginn und Ausmaß der Arbeitskampfmaßnahmen im Ungewissen zu lassen: Nagel: „Wir fordern eine genau Ankündigung aller Maßnahmen spätestens 72 Stunden vor Beginn.“  

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