Küchen-Razzia in 59 Münchner Gaststätten

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Razzia in der Restaurant-Küche: Der Zoll überprüfte Ende Mai in München 59 gastronomische Beriebe und kontrollierte 430 Beschäftigte. 20 Prozent davon arbeiteten illegal oder hatten keine vollständigen Papiere

München - Vom Groß-Biergarten bis hin zum kleinen Italiener an der Ecke – da machen Zollfahnder keine Unterschied: 59 Gaststätten haben sie unlängst kontrolliert - und in jeder fünften etwas zu beanstanden gefunden.

Ende Mai kontrollierten Fahnder des Hauptzollamtes auf der Suche nach Schwarzarbeitern und illegal Beschäftigten 59 Münchner Gastwirtschaften und Lokale sämtlicher Nationalitäten. 430 Kellner, Köche und Küchenhilfen wurden kontrolliert und ausführlich befragt. Ergebnis: Rund 90 Männer und Frauen – also ungefähr jeder Fünfte – hatte etwas zu verbergen. „20 Prozent Beanstandungsquote ist ein wahrlich enormes Ergebnis und zeigt, dass hier wirklich Handlungsbedarf besteht,“ kommentierte Zoll-Sprecher Thomas Meister.

Bei den unangemeldeten Küchen-Razzien hatten einige keine Papiere dabei – wozu sie jedoch verpflichtet sind. In einem Fall rückte eine vietnamesische Küchenhilfe erst dann ihren Pass heraus, als die Polizisten schon mit ihr im Flur vor ihrer Wohnung standen. Sie hatte keine Arbeitserlaubnis und glaubte, der Kontrolle auf diese Weise entgehen zu können.

In einigen Fällen deckten die Zöllner auch das verbotene, sogenannte Lohn-Splitting auf. So wird ein Arbeitsverhältnis genannt, bei dem beispielsweise ein Koch für die selbe Arbeit zwei verschiedene Löhne erhält. Das jedoch ist nichts anderes als Hinterziehung von Sozialabgaben und kann Chefs wie Arbeitnehmer teuer zu stehen kommen. Bis zu 1000 Euro Bußgelder sind vorgesehen. Zudem wird in jedem Fall ein Strafverfahren eingeleitet. Im Wiederholungsfalle laufen renitente Gaststättenbetreiber Gefahr, sogar ihre Wirte-Konzession zu verlieren. Der Zoll führt immer wieder bundesweit Schwerpunktprüfungen in von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung besonders betroffenen Branchen wie dem Baugewerbe, der Hotel- oder der Sicherheitsbranche durch. Damit wollen die Fahnder einen gewissen Prüfungsdruck erzeugen und sind der Ansicht, dass von diesen Razzien eine erhebliche, präventive Wirkung ausgeht.

Dorita Plange

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